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| Bisher Russlands einziges AKW an der Ostsee: Das Kernkraftwerk Sosnowy Bor bei St. Petersburg (Foto: Wriedt/SPZ) | |
Donnerstag, 19.02.2009
Siemens: Einstieg in Kaliningrader AKW-Projekt?
Kaliningrad. Entsteht das im Gebiet Kaliningrad geplante Atomkraftwerk nun als russisch-deutsche Gemeinschaftsproduktion? Der Münchener Siemens-Konzern und Russland streben eine umfassende Nuklearpartnerschaft an.
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Fast zeitgleich mit dem Rückzug aus dem AKW-Geschäft in Frankreich wendet sich Siemens nun den Russen zu - und ein erstes Projekt der vereinbarten Nuklear-Zusammenarbeit scheint ausgemacht: das in Russlands Königsberg-Exklave geplante "Baltische Atomkraftwerk".
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Russischer Energieminister sieht Siemens als Partner Siemens könnte es zusammen mit russischen Partnern im Rahmen eines Joint Venture bauen, sagte Russlands Energieminister Sergej Schmatko in einem Interview mit dem „Spiegel“. Der Standort biete sich an, weil dem Kaliningrader Gebiet nach der bevorstehenden Abschaltung des litauischen AKW Ignalina eine akute Stromknappheit drohe.
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Zwei Standorte werden geprüft Darum hat der Bau eines Atomkraftwerkes in der Ostsee-Exklave auch in den strategischen Planung der staatlichen Atomenergiebehörde Rosatom Priorität. Die Projektierungsarbeiten laufen auf Hochtouren, derzeit werden die beiden geologisch favorisierten Standorte (nahe Polessk am Kurischen Haff und im Nordosten des Gebietes bei Neman) auf ihre Eignung untersucht.
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Die ersten beiden Reaktoren des auf 5 Mrd. Euro geschätzten Projektes "BAES" sollen bisherigen Kalkulationen zufolge bereits 2014 ans Netz gehen. Geplante Gesamtleistung: 1150 Megawatt.
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Stromverkauf in die EU Allein diese Zahl weist freilich schon darauf hin, dass Russland das Atomkraftwerk bei Kaliningrad nicht allein bauen will, um die Energiesicherheit in seinem westlichen Vorposten zu sichern. Denn nach Meinung von Experten wären Wirtschaft und Haushalte in der von knapp einer Million Menschen bewohnten Inselprovinz auch in ferner Zukunft nicht annähernd in der Lage, eine solche Energiemenge abzunehmen.
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Darum dürfte es vor allem um den Verkauf von Strom gehen - in die EU, aber vor allem auch in die baltischen Nachbarstaaten. Denn die drei kleinen EU-Staaten werden nach dem Abschalten des letzten Blocks im noch aus Sowjetzeiten stammenden litauischen AKW Ignalina schon ab diesem Jahr vor einem Energieproblem stehen.
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Die Balten werden nicht nein sagen Zwar wird in den Regierungen von Tallinn bis Vilnius vehement darauf Wert gelegt, dass man sich nicht einseitig von russischen Stromlieferungen abhängig machen werde. Doch jenseits der politischen Positionen finden längst sachliche Gespräche über Energie-Kooperationen statt.
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Litauen plant inzwischen den Bau eines eigenen neuen Kernkraftwerkes. Doch "Ignalina 2" wird wohl nicht vor 2022 fertig: Die Nachfrage nach Reaktoren ist sprunghaft angewachsen, es gibt gewaltige Engpässe - auch weil seit Jahren niemand mehr ernsthaft auf Atomstrom setzte.
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Vor diesem Hintergrund erscheint das Siemens-Engagement in einem Kaliningrader AKW-Projekt lukrativ.
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Zumal das Münchener Unternehmen kein Neuland betritt: Mit Rosatom arbeitet man seit fast zwei Jahrzehnten zusammen, unter anderem lieferte Siemens technische Komponenten für mehrere Reaktoren.
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