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Schon jetzt schraubt Awtotor in Kaliningrad BMWs zusammen. Mit Magna soll die Produktion erweitert werden. (Foto: Archiv/.rufo)
Schon jetzt schraubt Awtotor in Kaliningrad BMWs zusammen. Mit Magna soll die Produktion erweitert werden. (Foto: Archiv/.rufo)
Freitag, 23.11.2012

Magna und Awtotor bauen an Autocluster in Kaliningrad

Kaliningrad. Die austro-kanadische Holding Magna und die russische Awtotor schließen einen Milliardendeal über den Aufbau eines Automobil-Clusters in Kaliningrad. Produziert werden sollen bis zu 250.000 Fahrzeuge im Jahr.

In Planung sind bis zu sechs Fabriken, die verschiedene Automarken vom Band laufen lassen. Zudem sollen mindestens 15 Jont-Ventures entstehen, die sich mit der Herstellung von Autoteilen befassen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich laut Awtotor-Vorstandschef Wladimir Schtscherbakow auf 100 Mrd. Rubel (2,5 Mrd. Euro).

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• Kreist der Pleitegeier? Krisensignale aus Kaliningrad (08.12.2008)

Russische Magna-Tochter als Basis für Kooperation


Als Basis für die Zusammenarbeit dient die russische Tochter von Magna International „Magna 2 Nischni Nowgorod“. Awtotor hat einen Anteil von 60-Prozent an der Magna-Tochter übernommen, wobei es keine Angaben zum Kaufpreis gibt.

Der Vorteil von „Magna 2 Nischni Nowgorod“ besteht darin, dass das 2008 gegründete Unternehmen für die Einfuhr von Autokomponenten eine Zollermäßigung vom russischen Industrieministerium hat, wenn die Teile für eine Automontage in Russland genutzt werden.

Awtotor und Magna ergänzen sich


Die Kooperation zwischen Magna und Awtotor scheint auf den ersten Blick vielversprechend: Awtotor ist auf die Montage von Fahrzeugen spezialisiert und hat im vergangenen Jahr 222.000 Autos der Marken BMW, Cadillac, Opel, Kia und Hyundai vom Band laufen lassen. Magna International wiederum ist einer der weltweit größten Zulieferer für Automobilfirmen.

Im Rahmen des neuen Projekts könnten die Marken, Subaru, Jaguar und Range Rover dazu kommen, heißt es in der Präsentation. Vertreter der genannten Firmen erklärten aber, dass es noch keine feste Vereinbarung über die Produktion gebe.

Neue Fabriken, neuer Hafen, neues Stadtviertel


Trotzdem ist man in Kaliningrad optimistisch: Das Projekt soll in zwei Etappen realisiert werden. Am Ende, 2018, sollen die neuen Fabriken eine Kapazität von 250.000 Fahrzeugen pro Jahr haben.

Die daneben entstehenden Zulieferbetriebe sollen nicht nur die Montagefabriken beliefern, sondern Teile auch ins europäische Ausland exportieren. Magna will den Plan für die Lokalisierung der Produktion in den nächsten neun Monaten erarbeiten.

Die Planungen beinhalten sogar den Bau eines Hafenkomplexes und sogar die Errichtung eines neuen Stadtviertels für etwa 50.000 Menschen.



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Uwe Niemeier 24.11.2012 - 05:43

... und sie bewegt sich doch


die Enklave Kaliningrad. Die Erfolgsgeschichte von Avtotor begann eigentlich mit der Schaffung der Sonderwirtschaftszone in Kaliningrad – die aber nur interessant war für solche „Monster“ wie Avtotor, Miratorg, Produkty Pitanje – also für Firmen, die mal locker 5 Mio. Dollar für den Aufbau einer Produktion mit einer Wertschöpfung von mindestens 10 Prozent ausgeben konnten. Trotzdem reichhaltige Erfahrungen aus Westeuropa zur Rolle der Kleinunternehmer und Mittelständler in der Volkswirtschaft vorliegen, wurde dies in Kaliningrad nicht berücksichtigt. Gut, jetzt brechen neue Zeiten an. Die Sonderwirtschaftszone wird aussterben und die Firmen orientieren sich neu. Für viele wird es ein schmerzhafter Prozess werden, weil sie ausschließlich von den finanziellen/steuerlichen Präverenzen der Sonderwirtschaftszone gelebt haben. Aber im Juli diesen Jahres ist der neue Beauftragte des russischen Präsidenten, Stanislaw Woskresenski zu uns gekommen – ein ausgewiesener Wirtschafts- und Finanzspezialist. Hoffen wir auch auf ihn und seine Ideen.

Irgendwo hatte ich gelesen, das Avtotor in Kaliningrad 50 Prozent der gesamten Wertschöpfung des Kaliningrader Gebietes erwirtschaftet. Gut für die Firma, aber für das Gebiet scheint mir das nicht vorteilhaft zu sein. Man befindet sich zu sehr in der Abhängigkeit eines einzigen Unternehmens. Und ausgehend von dieser Überlegung sollte man nicht die Wertschöpfung dieser Firma „drosseln“, sondern dafür Sorge tragen, dass weitere Firmen mit Wertschöpfungsprozessen sich im Gebiet ansiedeln und somit der Prozentanteil von Avtotor sich „auf natürlichem, unschädlichen Wege“ verringert.

Aber insgesamt bin ich stolz auf die Entwicklung in Kaliningrad – es geht doch, wenn wir nur wollen (und können).


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