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| ... und im Bernsteinzimmer gleißen die Kandelaber. (foto: ld/rufo) | |
Freitag, 15.07.2005
Konflikt im Bernsteinkombinat schwelt weiter
Kaliningrad. Der Konflikt im Kaliningrader Bernsteinkombinat schwelt auch nach dem Ende des Hungerstreiks weiter. Die Betriebsführung hat jetzt die Polizei gegen den neuen Gewerkschaftsboss eingeschaltet.
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Grigori Misjurin ist Vorsitzender der Gewerkschaft des Kombinats. Zumindest seinen eigenen Angaben zu Folge. Die Konzernleitung bezweifelt die Legitimität Misjurins und will sie durch Staatsanwaltschaft und Polizei überprüfen lassen. Es gebe keine Dokumente, die die Wahl Misjurins belegen, begründet sie das Vorgehen.
Selbsternannter Gewerkschafts-Chef?
Er selbst habe widersprüchliche Angaben darüber gemacht, wann er denn zum Chef der Gewerkschaft ernannt worden sei. Erst soll es der 28. April gewesen sein, später der 1. Juni. Wenn es am 1. Juni eine Gewerkschaftssitzung gegeben habe, dann sei sie wohl nur ihm allein bekannt gewesen, kommentiert der Pressedienst des Kombinats ironisch.
Freilich ganz ohne Rückendeckung ist Misjurin nicht. Vom 21. bis 25. Juni waren mehr als 100 Arbeiter in einen Hungerstreik getreten, um höhere Löhne, die Abschaffung der Kontrolle am Ausgang des Tagebaus in Jantarny, aber auch die Anerkennung der neuen Gewerkschaft durchzusetzen.
Hungerstreik für Kameras?
Nachdem den Streikenden eine Verdoppelung ihrer Löhne (bislang 3.000 bis 4.000 Rubel = 85 bis 115 Euro) versprochen worden war, beendeten sie die Protestaktion. Die Konzernleitung beschuldigte anschließend die Arbeiter, den Hungerstreik nur für die Fernsehkameras aufgeführt zu haben.
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Unter den Streikenden habe es Betrunkene gegeben, behauptete Konkursverwalter Alexander Reschetow. Ziel der Aktion sei es gewesen, Druck auf die Konzernleitung auszuüben, damit das strengere Sicherheitssystem, das die Arbeiter am Bernsteindiebstahl hindere, wieder abgeschafft werde. Gegen die Organisatoren des Streiks wurde Strafanzeige gestellt.
Finanzprobleme für den Betrieb
Der Betrieb ist trotz seiner Monopolstellung im Bernsteinabbau – 90 Prozent der weltweiten Ressourcen werden hier gefördert – in einer finanziellen Notlage. Drei Millionen Euro ist der Schuldenberg inzwischen hoch. Da das Kombinat jahrelang faktisch ausgeplündert wurde, arbeitete es nicht rentabel. Die Reformierung des Unternehmens stellt die neue Führung vor eine schwere Aufgabe, denn bei allen Konsolidierungsbemühungen darf sie das Wohl ihrer Arbeiter nicht vergessen. Ansonsten kümmern die sich in „altbewährter“ Weise selbst darum.
(ab/.rufo)
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