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| Ohrringe aus Bernstein. Die Schmuckverarbeitung des Bernsteins ist ein Problem in Kaliningrad (Foto: Ballin/.rufo) | |
Freitag, 18.04.2008
Kaliningrad: Zukunft der Bernstein-Industrie diskutiert
Kaliningrad. Wie konkurrenzfähig ist die Kaliningrader Bernstein-Industrie heute? Diese Frage haben Geschäftsleute, Meister und Studenten bei einem Treffen im Bernstein-Museum erörtert.
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„Bernstein und zeitgenössisches Design“ – unter diesem Motto stand das Treffen zur Zukunft des Bernsteins im Gebiet Kaliningrad. Diskutiert wurden dabei Probleme und Perspektiven der Verarbeitung und des Absatzes des Schmucksteins.
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Bernsteinküste Kaliningrad Trotz des hohen Vorkommens an Bernstein im Gebiet Kaliningrad - hier lagern laut Schätzungen fast 95 Prozent des Weltvorkommens – ist die Bernstein-Industrie eine Krisenbranche. Probleme gibt es genügend: die Verschuldung des Kombinats in Jantarny und Wirtschaftsdefizite durch Schmuggel.
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Aber auch bei der Verarbeitung gibt es einiges zu bemängeln. Bernsteinerzeugnisse werden zwar in großer Menge verkauft, aber die Qualität lässt zu wünschen übrig. Während billige Souvenirartikel überall zu finden sind, muss man nach hochwertigen und kunstvoll verarbeiteten Stücken lange suchen.
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Hochwertige Juweliererzeugnisse aus Bernstein sind rar „Wenn wir die 90er Jahre betrachten – dort beobachten wir im Gebiet Kaliningrad einen Boom von kunstfertigen Steinerzeugnissen. Wenn wir aber unsere letzten Ausstellungen betrachten, dann muss man zugeben, dass hochklassige Juweliererzeugnisse sehr rar geworden sind“, sagt Soja Kostjaschowa, stellvertretende Direktorin des Bernstein-Museums.
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Eins der Hauptprobleme der Bernstein-Industrie sei die Zunahme der Rohstoffpreise, sind sich Geschäftsleute und Meister einig. In den letzten Jahren ist der Rohstoff um mindestens 40% teurer geworden. Damit steht Bernstein heute Gold in nichts nach.
Daher ist ein Umdenken bei der Herstellung notwendig: Statt auf Massenproduktion zu setzen, wäre es für die Bernstein-Industrie lukrativer, sich auf die Herstellung von exklusiven Designer-Erzeugnissen zu spezialisieren.
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Fachkräfte zur Bernsteinverarbeitung gibt es nicht Dafür allerdings braucht man gut ausgebildete Fachkräfte und Meister, die das Handwerk beherrschen. Und die gibt es in Kaliningrad nicht. Gerade mal eine Lehranstalt im ganzen Gebiet bildet Fachkräfte zur Bernsteinverarbeitung aus. Das bekommen auch die Firmen zu spüren.
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„Zu uns kommt jemand in der Regel von der Straße und wir unterrichten ihn von Null an – und das die ganze Zeit, er ist ja kein Künstler. Wenn er Gefühl für das Handwerk hat, dann wird er Juwelier. Und wenn nicht, haben wir unsere Zeit verschwendet“, sagt Olga Lysenko, Direktorin einer Bernsteinverarbeitungsfirma.
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In einer Woche findet ein weiteres Treffen im Bernstein-Museum statt. Dort werden dann Probleme des Importes und Exportes von Bernstein besprochen.
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