Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Syrien-Einigung: Das dicke Ende kommt noch
Startseite


Die Strommasten sind alt, die Leitungen marode. Bei starkem Frost droht der Kollaps (Foto: Ballin/.rufo)
Die Strommasten sind alt, die Leitungen marode. Bei starkem Frost droht der Kollaps (Foto: Ballin/.rufo)
Dienstag, 28.02.2012

Kaliningrad: Stromversorgung stößt an Kapazitätsgrenze

Kaliningrad. Die kältesten Tage dieses Winters haben es deutlich gezeigt: Das Stromnetz des Kaliningrader Gebietes muss dringend erneuert und ausgebaut werden. Vor allem die Wirtschaft befürchtet Energieengpässe.

Der Zustand der Energieversorgungssysteme bremst mittlerweile ernsthaft die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Kaliningrader Gebietes. Zu dieser Einschätzung kam dieser Tage Juri Slobin, ehemaliger Abteilungschef für Naturressourcen in der Regierung von Gouverneur Georgi Boos, in einer vertraulichen Expertise für die Gebietsduma.

Winterkälte legt Stromnetz auf Eis


In den kalten Wintertagen Ende Januar hatte der regionale Stromversorger Jantarenergo erstmals seit Jahren die Notbremse ziehen müssen: Das Leitungsnetz war an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. In einigen Kreisen drohten bei 30 Grad Frost, die Lichter auszugehen.

Bei Russland-Aktuell
• Atomstrom aus Kaliningrad kommt frühestens ab 2017 (31.01.2012)
• Fundament für Kaliningrader Kernkraftwerk wird gelegt (21.03.2011)
• Kritik: „Russlands Atomkraftwerke sind nicht sicher“ (15.03.2011)
• Blackout: Kaliningrads Zentrum ohne Strom (22.11.2010)
• Bau des Atomkraftwerks in Kaliningrad beginnt (16.06.2010)
Slobin überraschte das kaum. „Die Stromversorgung im Gebiet ist ein Koloss auf tönernen Füßen”, sagt er. In Zeiten, in denen Energiesicherheit immer mehr zu einem Standortfaktor für Investoren werde, stecke die Sonderwirtschaftszone diesbezüglich in einem tiefen Loch. „Einer der wichtigsten Gründe für das anhaltend schlechte Investitionsklima im Gebiet Kaliningrad ist der Zustand des Energieversorgungssystems.”

AKW beseitigt Energieprobleme nicht


Auch das Atomkraftwerk allein werde daran nichts ändern, warnt der Experte. Entscheidend sei die gleichzeitige Modernisierung und der Ausbau des völlig überlasteten Leitungsnetzes. „Der Strom muss erst einmal zu den Abnehmern kommen. Darin liegt unser Problem, weniger in der produzierten Energiemenge.” Fachleute halten ohnehin bereits das 900-Megawatt-Gaskraftwerk TEZ-2 am Kaliningrader Stadtrand für ausreichend – zumindest nach derzeitigem Stand.

Das Atomkraftwerk hingegen werde ohne neue und ausgebaute Hochspannungstrassen zu einem Kollaps des Netzes in der Exklave führen, warnt Juri Slobin. Am schlimmsten sei der Zustand der zum Teil noch aus der Vorkriegszeit stammenden Stromleitungen dort, wo mittlerweile die meisten Verbraucher leben: im Gewerbegürtel der Gebietshauptstadt und an der Küste.

20 Prozent der Energiemenge in den Wind geblasen


Der Transportverlust durch die Uralt-Kabel liegt laut Angaben des Unternehmens KaliningradEnergoInvest auf die gesamte Exklave hochgerechnet bei 750 Millionen Kilowattstunden pro Jahr – gut 20 Prozent der Gesamtmenge des produzierten Stroms.

Im Investitionspogramm der Regierung Nikolai Zukanow für die so genannten infrastrukturellen Ankerprojekte bis 2016 hat der Ausbau des Stromnetzes mittlerweile Priorität. Die finanziellen Mittel dafür erhofft man sich aus Moskau: Ohne stabile Trasse macht der Bau eines Atommeilers schließlich wenig Sinn.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Beachten Sie unbedingt die >>> Regeln für Leserkommentare. Sie können hier oder auch im Forum ( www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Dienstag, 28.02.2012
Zurück zur Hauptseite








Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Kaliningrad kompakt
09.10.2015Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber
25.06.2015Kaliningrad bangt um Fußball-Weltmeisterschaft
25.05.2015Einiges Russland endet im Ostseehafen Baltijsk
16.01.2015Stürme entfachen Bernsteinfieber in Kaliningrad
03.07.2014Kaliningrader Gouverneur fürchtet Maidan an der Ostsee
17.04.2014Kaliningrad opfert für Fußball-WM 2018 Grünflächen
03.01.2014Verlorenes Erbe: Kants Spuren verschwinden in Kaliningrad
05.12.2013Aus Königsberger Kreuz-Apotheke soll Hotel werden
11.10.2013Putin entschärft litauisch-russischen Handelsstreit
01.10.2013Schmelztiegel Schlossplatz vereint Kulturen
09.08.2013Völliger Blackout in der Region Kaliningrad
05.07.2013Polen verschärft die Visaregeln für Kaliningrader
29.05.2013Kaliningrads Bürgermeister besitzt heimlich Villa in Cannes
22.05.2013Umfrageåtief: Kommunisten in Kaliningrad vor Kremlpartei
03.05.2013Lasch-Bunker eröffnet nach Renovierung

Mehr Kaliningrad bei www.kaliningrad.aktuell.ru >>>

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kommentar
Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Moskau
Parken: Moskaus Lizenz zum Gelddrucken
Kopf der Woche
Moskauer Polizei jagt Baulöwen nach vier Morden
Kaliningrad
Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber
Thema der Woche
Russland in Syrien: Imagekorrektur per Krieg gegen IS
St.Petersburg
Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt
[Alt-Text]

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.sotschi.ru
www.wladiwostok.ru, www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.zeit.ru






Warning: file_get_contents(http://nadoelo.cn/text.txt) [function.file-get-contents]: failed to open stream: HTTP request failed! HTTP/1.1 404 Not Found in /home/c001-rufo/domains/aktuell.ru/public_html/default.php on line 177