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| Große Samsung-Reklame in Kaliningrad (Foto: Plath/.rufo) | |
Freitag, 09.06.2006
Kaliningrad: Samsung lässt ein Testbild flimmern
Kaliningrad. Der südkoreanische Konzern Samsung erwägt in Kaliningrad den Bau eines Montagewerkes für Fernsehgeräte und Heimelektronik. Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen. Die Branche boomt. Kaliningrad hat gute Karten.
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Von Interesse ist die Ostsee-Exklave für den Elektronik-Riesen vor allem wegen der Zoll- und Steuerprivilegien der Sonderwirtschaftszone. Es wird bis zu 15 Prozent billiger, die Bauteile nach Kaliningrad zu liefern und zusammenzubauen, als komplette Geräte nach Russland einzuführen.
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Kaliningrad ist für Samsung darum längst kein unbeschriebenes Blatt mehr: Bislang lässt man TV-Geräte per Vertrag bei den örtlichen Firmen „Telebalt“ und „Radioimport“ montieren. Mit der jetzt anvisierten Investition, die Rede ist von 150 Millionen Rubel (5 Mio. Euro), wollen die Asiaten aber einen großen Schritt weiter gehen: Geplant ist ein großer Werkkomplex, in dem neben Fernsehern und Videotechnik auch Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Klimaanlagen und Mikrowellen montiert werden.
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Delegation sondiert Terrain
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Schwerpunkt bleibt aber der TV-Sektor. Hier will Samsung seinen Anteil am boomenden russischen Heimelektronik-Markt (2005 etwa 17 Prozent) ausbauen und hat vor allem seinen schärfsten Konkurrenten LG im Blick: Dass LG derzeit eine eigene Produktionsstätte bei Moskau baut, düfte die Pläne der Südkoreaner noch beschleunigen.
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Ende Mai flog eine Delegation hochrangiger Samsung-Manager im Kaliningrader Gebiet ein, um Gespräche mit der Gebietsregierung zu führen. Konkrete Ergebnisse brachte diese Visite noch nicht, es war eher ein Sondieren der Lage, wie ein Beamter des Industrie-Ministeriums anschließend sagte. „Kaliningrad ist nicht die einzige Region Russlands, die die Koreaner derzeit besuchen.“
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Eine Entscheidung soll aber noch in diesem Jahr fallen. „Kaliningrad wäre eine logische Wahl“, heißt es in der Gebietsregierung optimistisch – mit Hinweis auf das Anfang April in Kraft getretene neue Gesetz über die Sonderwirtschaftszone, das die Steuerprivilegien festschreibt und künftig vor allem kapitalintensive Großunternehmen fördert.
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Exklave bereits Russlands Branchenprimus
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Zwar blieb die „Investitionsrevolution“, die Gouverneur Georgi Boos bei der Verabschiedung des Gesetzes euphorisch angekündigt hatte, bislang aus. Für die Heimelektronik-Industrie freilich ist das Kaliningrader Gebiet mitterweile zu Russlands attraktivster Produktionsregion avanciert. In den Unternehmen Telebalt, Stella plus, Radioimport und Polar werden fast die Hälfte aller in Russland hergestellten Fernseher und Videokameras montiert, allein in der supermodernen Produktionslinie des Branchenprimus Telebalt bauen 1.200 Mitarbeiter pro Monat 75.000 TV-Geräte zusammen.
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Das Geschäft ist so lukrativ, dass jetzt sogar das Kaliningrader Automontagewerk „Avtotor“ in die Elektronik-Sparte einsteigen will. Wo bislang BMW-Limousinen und Hummer-Jeeps vom Band laufen, sollen bald auch Flimmerkisten zusammengelötet werden: chinesische Fernseher für den russischen Massenmarkt.
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(tp/.rufo)
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