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Ein frisches Logo und bröckelnde Bauruinen: Gegenwärtig ist der Airport Chrabrowo notorisch unfertig (Foto: kaliningrad,ru)
Ein frisches Logo und bröckelnde Bauruinen: Gegenwärtig ist der Airport Chrabrowo notorisch unfertig (Foto: kaliningrad,ru)
Mittwoch, 19.09.2012

Kaliningrad: Neustart für Flughafen-Ausbau

Kaliningrad. Was haben Kaliningrad und Berlin gemeinsam? Beide haben ein Brandenburger Tor und beide ihre unendliche Geschichte namens Flughafen-Ausbau. Am Airport Chrabrowo wird inzwischen wenigstens wieder gearbeitet.

Auf dem XI. Internationalen Investorenforum „Sotschi 2012“ darf am Freitag die Katze aus dem Sack: In der Schwarzmeermetropole sollen vor illustrem Publikum erstmals die neuen Entwicklungspläne für den Ausbau und die Modernisierung des Kaliningrader Flughafens im Detail vorgestellt werden.

Das berichtet das Internet-Portal kaliningrad.ru unter Berufung auf die Gebietsregierung, deren Chef persönlich zur Präsentation des überarbeiteten Chrabrowo-Projekts nach Sotschi fliegt.

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• Kaliningrad 2010: Weit ist der Weg nach Königsberg (08.01.2010)
Neben Gouverneur Nikolai Zukanow werden die Minister für Infrastruktur-Entwicklung und Industrie, Alexander Rolbinow und Dmitrij Tschemakin, die russische Ostsee-Exklave vertreten und um Investoren werben.

Die Ausbaupläne des Flughafens dürften im Mittelpunkt des Interesses stehen. Denn seit Juli hat Chrabrowo einen neuen Mehrheitseigner: eine Firma namens Aeroinvest, die erst 2011 gegründet wurde und offiziell in Besitz eines auf den Bermudas registrierten Offshore-Fonds ist, allerdings in enger finanzieller Verbindung steht zur Sindika-Holding von Arsen Kanokow, Präsident der russischen Kaukasusrepublik Karbadino-Balkarien.

Sindika betreibt bereits den Flugplatz von Mineralnye Wody und baute die einst heruntergewirtschaftete Ruine zu einem der modernsten Airports Osteuropas aus.

Masterplan für Luftdrehkreuz


Seit der Übernahme von Chrabrowo arbeitet Aeroinvest an einem Masterplan und ließ zunächst etliche Expertisen erstellen über den Zustand der „konservierten“, nie fertig gestellten Rohbauten aus der ersten Ausbauetappe des Flughafens vor der Bruchlandung von KD-Avia.

Sieht neu aus, ist aber unvollendet: Das Abfertigungsgebäude, vulgo "Reichstag" (Foto: tp/.rufo)
Sieht neu aus, ist aber unvollendet: Das Abfertigungsgebäude, vulgo "Reichstag" (Foto: tp/.rufo)
In Sotschi dürfte nun erstmals zu besichtigen sein, wohin die Reise gehen soll für das Luftdrehkreuz der westlichsten Provinz Russlands. Aeroinvest schließt nicht aus, dafür weitere Investoren ins Boot zu holen, auch von der Gründung einer Holding ist bereits die Rede.

Denn es geht um nicht weniger als eine Komplettsanierung des Flughafengeländes – vieles ist von dem, was zwischen 2005 und 2008 „saniert“ wurde, nicht zu gebrauchen. Darüber hinaus soll der Airport technisch so ausgerüstet werden, dass auch Starts und Landungen bei schlechter Sicht möglich sind.

Und außerhalb des eigentlichen Abfertigungsterminals wartet eine weitere Großbaustelle. Damit auch Großflugzeuge Kaliningrad ansteuern können, ist eine Verlängerung der zweieinhalb Kilometer messenden Start- und Landebahn nötig – um mindestens 800 Meter.

Hauptgebäude bis September 2013 fertig?


Immerhin: Die Sanierungsarbeiten am unvollendeten Flughafen-Hauptgebäude, Spitzname „Reichstag“, sind im August wieder aufgenommen worden. Gouverneur Zukanow sprach jüngst vor Kaliningrader Presse davon, dass die Bauarbeiten „planmäßig laufen“ und die Rekonstruktion des Hauptterminals im September 2013 abgeschlossen sein werde. Doch so klang das schon bei Zukanows Vorgänger Georgi Boos.

Das Fernziel für „Chrabrowo 2.0“ steht jedenfalls fest: 2018. Denn ohne einen modernisierten Airport müsste sich Kaliningrad um die Austragung von Spielen der Fußball-WM gar nicht weiter bewerben.

Oder wäre vielleicht doch alles gar nicht so tragisch? Für den Notfall ist bereits eine Ausweich-Variante im Gespräch: Sollte Chrabrowo nicht rechtzeitig fertig werden, stände als Reserve der Danziger Flughafen „Lech Walesa“ bereit, kündigte Pawel Pogrebnjakow, WM-Berater des Gouverneurs, jüngst in Kaliningrad an.

Der Mann ist möglicherweise schlichtweg ein Realist.



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Uwe Niemeier 19.09.2012 - 16:28

... die Hoffnung stirbt zuletzt

Völlig richtig, Kaliningrad und Berlin haben vieles gemeinsam. So das, hier schon erwähnte, Brandenburger Tor und die Probleme mit dem Ausbau des Airports. Ich kenne noch zwei weitere Gemeinsamkeiten: erstens der Fertigstellungstermin für den Berliner und den Kaliningrader Airport – Ende 2013 (konkreter wollen wir mal nicht werden) und zweitens das Problem der Wiedererrichtung des Stadtschlosses. Mehr Gemeinsamkeiten fallen mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht ein – ach so, nein, doch, noch eine Gemeinsamkeit: das Visaproblem. Aber wenn erst mal der Airport in Kaliningrad fertig ist und die Pläne zur Nutzung der Residenz des russischen Präsidenten in Pionersk durch die Präsidentenadministration präzisiert wurden sind und viele internationale Delegationen in Kaliningrad und nicht mehr in Moskau landen, ja, dann wird sich vielleicht auch das Visaproblem lösen. Und da die „Umleitung“ der Delegationen von Moskau nach Kaliningrad schon sehr bald anfangen soll (wie man so hört), wird man wohl auch nicht bis 2018 mit dem Abschluss der Rekonstruktion warten können. Zumal die Chancen, dass Kaliningrad Ausrichterstadt für die Fußball-WM2018 wird, in den letzten Tagen erheblich gesunken sind. Und so steht dann der Investor, der seine Leistungsfähigkeit als Airport-Rekonstrukteur schon unter Beweis gestellt hat, doch unter einem gewissen Zeit- und Erfolgsdruck. Bisher wurde der militärische Airport „Shkalowsk“ als Landeplatz für VIP-Politiker genutzt. Aber auf Dauer und insbesondere für westliche Gäste, wohl keine gute Lösung. Und der als Reserveflugplatz in Gdansk angedachte Landeort ist auch keine Lösung. Die jetzt von neuem entstandenen enormen Warteschlangen an der Grenze sind auch keine Empfehlung. Und wenn selbst Diplomaten stundenlang warten müssen und es den polnischen Grenzern egal ist, das der Kaliningrader Gouverneur stundenlang warten muss … ach, ich fange schon wieder an zu jammern. Dabei ist die Lösung aller Probleme so einfach: Alle die Ärmel hochkrempeln und arbeiten.


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