Mittwoch, 17.08.2005

Kaliningrad - Handelstor für Weißrussland?

Die Kaliningrader Häfen sind derzeit nicht sehr leistungsfähig (Foto: Mischke/.rufo)
Kaliningrad. Der Kaliningrader Gouverneur Wladimir Jegorow hat vorgeschlagen, auf dem Territorium der Exklave einen weißrussisch-russischen Hafen zu errichten. Die Anlage soll in der Nähe von Baltijsk entstehen.
Diese Pläne äußerte Jegorow bei einer mehrtägigen Reise in die weißrussische Hauptstadt Minsk. Finanziert werden könne das Gemeinschaftsprojekt aus Mitteln der Staatenunion. Jegorow zufolge soll die Hafen-Idee bereits im September auf höherer Ebene diskutiert werden, wenn der Ministerrat des Staatenbundes zu seinem nächsten Treffen in Minsk zusammenkommt.

Kooperation zum gegenseitigen Vorteil

Zum gegenseitigen Vorteil wäre die Hafenkooperation nach Ansicht Jegorows allemal: Weißrussland erhielte einen direkten Zugang zur Ostsee, Kaliningrad könnte seine Bedeutung als Hafenumschlagsplatz steigern.

Tatsächlich haben es die Kaliningrader Häfen in der Vergangenheit verpasst, sich als Handelspartner Weißrusslands zu etablieren. Obwohl Kaliningrad geografisch nah liegt, werden dort nur 2 Prozent der weißrussischen Hafengüter umgeschlagen.

Von den 16 bis 17 Millionen Tonnen Güter, die Weißrussland jährlich in Auslandshäfen umschlagen läßt, gehen vielmehr 60 Prozent über den lettischen Hafen Ventspils, 20 Prozent über den litauischen Hafen Klaipeda und 18 Prozent über das ukrainische Nikolajew.

(jm/rufo)