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| Wollen die russische Exklave Kaliningrad zum Investorenparadies machen: Georgi Boos und Sergej Jastrschembski (Foto: Mischke/.rufo) | |
Mittwoch, 01.02.2006
Kaliningrad: Gouverneur lockt Investoren mit SWZ
Berlin. Der Kaliningrader Gouverneur Boos hat am Dienstag in Berlin Werbung für die neue Sonderwirtschaftszone (SWZ) gemacht. Deutschen Investoren versprach er „fantastische Wettbewerbsvorteile“ in der Exklave.
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Eine moderne, qualifizierte und radikal verkleinerte Gebietsregierung, eine stabile Gesetzgebung und eine stabile Regierung, wirtschaftliche Regelungen, die von Jahr zu Jahr zumindest nicht schlechter werden und ein Sonderwirtschaftszonen-Gesetz, das es ermöglicht, Kosten in kürzester Zeit wieder hereinzubekommen: Für Gouverneur Georgi Boos war die Sache gestern klar - Kaliningrad ist für Investoren attraktiv wie nie.
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„Effizient und fruchtbar“ könne man dort zusammenarbeiten, erklärte Boos, der gemeinsam mit Putins Sonderbevollmächtigtem für die Beziehungen zur EU, Sergej Jastrschembski und einer Reihe von Politikern und Unternehmern nach Berlin gereist war.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der DGAP (Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik). Es moderierte Alexander Rahr.
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Investoren willkommen
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„Kaliningrad öffnet sich“ lautete das Motto des eintägigen Wirtschaftsforums in der deutschen Haupstadt und es schien, als ob die Kaliningrader diesen Worten unbedingt Nachdruck verleihen wollten. So schloß Boos sein an alle potentiellen Investoren gerichtetes Referat mit einem „Herzlich willkommen“. Und auch die anderen Kaliningrader Redner endeten mit Appellen wie: „Arbeiten sie mit uns zusammen!“ und „Kommen Sie und schauen sich alles an!“.
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Neben Bereichen wie der Bauwirtschaft und dem Tourismus-Sektor will der Gouverneur in den kommenden Jahren vor allem die exportorientierte Verarbeitungsindustrie in der Exklave stärken. Er erinnerte daran, dass in Kaliningrad russische Rohstoffe zu innerrussischen Preisen erhältlich seien, was vor allem bei energie-intensiven Produktionsverfahren und vor dem Hintergrund der aktuellen Preisentwicklungen auf dem Energiemarkt ein großer Wettbewerbsvorteil sein dürfte.
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Russische Rohstoffpreise als Wettbewerbsvorteil
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Ein gewichtiges Argument auch für Horst-Rainer Pauls, dessen Ingenieurbüro in der Exklave die Errichtung eines Hüttenwerks zur Herstellung hochwertiger Bleche und Rohre plant. Die innerrussischen Tarife für Strom und Gas seien für seine Unternehmung natürlich „äußerst wirtschaftlich“.
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Unternehmerkommentar I.: Sonderwirtschaftszone Kaliningrad „ist schon o.k.“
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Das SWZ-Gesetz bezeichnet Pauls als geeignetes Instrument für Investoren. Nachteilig sei einzig die immer noch ungeklärte Frage um den Erwerb von Grundbesitz. Aber „wenn das für 25 Jahre abgesichert ist (die Investitionsbedingungen im Rahmen des neuen SWZ- Gesetzes sollen für 25 Jahre festgeschrieben sein, Anm.), ist das schon o.k.“, so der Geschäftsmann.
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Unternehmerkommentar II.: Leider keine Förderung für kleine und mittlere Unternehmen
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Deutlichere Lücken im neuen SWZ-Gesetz sieht hingegen Karl-Heinz Klinger von der Unternehmens- und Technologieberatung „Technostart“. Da das neue SWZ-Gesetz nur Großprojekte begünstigt, bleibt in Kaliningrad viel Potential ungenutzt, stellt Klinger fest. Von der Gebietsregierung wünscht er sich deshalb, dass kleine und mittlere Unternehmen künftig durch gesonderte Maßnahmen unterstützt werden: „Es muss alles Potential für die wirtschaftliche Entwicklung genutzt werden“, so seine Forderung.
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Empfang beim Oberbürgermeister in Berlin
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Vor Beginn des Wirtschaftsforums war die Kaliningrader Delegation am Dienstagvormittag im Roten Rathaus von Berlins Regierendem Oberbürgermeister Klaus Wowereit empfangen worden. Anlaß für das Zusammentreffen war die Eröffnung einer Direktverbindung zwischen beiden Städten durch die russische Fluggesellschaft „KD Avia“. (jm/.rufo)
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