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| Die russische Botschaft in Riga. Nun will auch die Region Kaliningrad hier einen Fuß in die Tür bekommen. (Foto: ld/.rufo) | |
Mittwoch, 05.12.2007
Kaliningrad: Exklave entdeckt die Nähe zu Lettland
Kaliningrad. Na bitte, es geht doch: Das Kaliningrader Gebiet und Lettland bemühen sich um eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Beziehungen. Die Aussichten sind gut, aber begonnen wird faktisch bei Null.
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Jahrelang war über offizielle Kontakte zwischen Russlands Königsberg-Exklave und der zweitgrößten baltischen Republik nicht viel zu vermelden. Der eisigen politischen Großwetterlage folgend, herrschte Schweigen zwischen Riga und Kaliningrad.
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Auch wirtschaftlich spielt sich bislang kaum etwas ab: In der ersten Hälfte dieses Jahres investierten lettische Unternehmen in der russischen Region, die quasi vor ihrer Haustür liegt, gerade einmal 95.000 Dollar – das sind etwa 0,1 Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen.
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Ein lettisches Konsulat in Kaliningrad gibt es schon Das soll sich nun ändern. Sowohl die lettische als auch die Regionalregierung des Kaliningrader Gebietes sind spürbar um die Verbesserung ihrer Kontakte und den Ausbau von Wirtschaftsbeziehungen bemüht. Als ein erstes Anzeichen dafür deutete sich an, als Lettland 2006 (nach jahrelang verzögerten Genehmigungen) eine diplomatische Vertretung in Kaliningrad einrichten durfte.
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Die Erteilung von Visa für Bewohner der russischen Inselprovinz, die in die nahe Nachbarrepublik reisen wollen, ist seither deutlich erleichtert: Sie müssen nicht mehr erst nach Moskau. Die Eröffnung des Konsulats war vom Besuch zweier lettischer Wirtschaftsdelegationen begleitet.
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Ende Oktober reiste Gouverneur Georgi Boos nach Riga. Es war die erste offizielle Visite eines Kaliningrader Gebietschefs in der lettischen Hauptstadt. Boos wurde vom neuen lettischen Staatspräsidenten Valdis Zatlers empfangen.
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Nicht nur in der Wirtschaft lohnen sich Kontakte In einer gemeinsamen Erklärung betonten beide Seiten den Wunsch, die Zusammenarbeit nicht nur wirtschaftlich, sondern auch auf dem Gebiet von Kultur, Tourismus und Bildung auszubauen. Angeregt wurde unter anderem ein Rektorentreffen, um gemeinsame Hochschul-Projekte anzuschieben.
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Motor der neuen regionalen Nähe zwischen Kaliningrad und Riga ist allerdings die Wirtschaft. Auch im Gefolge des Gouverneurs reiste eine ansehnliche Riege Kaliningrader Unternehmer mit. Für lettische Firmen ist das Kaliningrader Gebiet vor allem wegen seiner Zoll- und Steuervorteile als Sonderwirtschaftszone von Interesse: Die Exklave wird als Sprungbrett auf den riesigen russischen Markt zunehmend lukrativ.
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Zwei Fischverarbeitungsbetriebe erwägen bereits die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. Vereinbart wurde außerdem die Schaffung eines Verkehrskorridors, um den Warentransport zwischen dem Kaliningrader Gebiet und Lettland zu erleichtern.
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Enger zusammenarbeiten wollen beide Seiten auch auf dem Sektor der Energieversorgung – ein für die von Stromlieferungen extrem abhängige russische Exklave immer wichtigeres Thema.
(Thoralf Plath/tp/.rufo)
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