Boeing der Kaliningrader Fluggesellschaft KD Avia (Foto: Ballin/.rufo)
Freitag, 21.11.2008
Kaliningrad: Behörden setzen KD Avia unter Druck
Kaliningrad. Moskau ist offenbar bereit, der in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Kaliningrader Fluggesellschaft KD Avia zu helfen. Allerdings unter einer Bedingung: Die Airline soll ihre Monopolstellung aufgeben.
KD Avia ist ein Unikum in Russland: Die Fluggesellschaft ist zugleich Besitzerin und Betreiberin des Flughafens Kaliningrad-Chrabrowo. Beide Geschäftsbereiche sollten schnellstens voneinander getrennt werden, urteilt die regionale Antimonopolbehörde, eine Art Kartellamt des Gebietes Kaliningrad, in einem Kontrollbericht.
Preise in den Sommermonaten verdoppelt
KD Avia nutze als Hausherr und quasi einziger Anbieter seine Monopolstellung aus, sagt Irina Sokolowa, Leiterin der Aufsichtsbehörde. Die Auswirkungen dieser Verkettung zeige sich unter anderem daran, dass KD Avia die Flugpreise in den lukrativen Sommermonaten um mehr als das Doppelte anhebe. „Die Reisenden haben keine Wahl, denn alternative Anbieter gibt es nicht. Diese Situation muss sich ändern.”
Inzwischen kommt Druck auch aus Moskau. Russlands Verkehrsminister Igor Lewitin hat kürzlich während eines Arbeitsbesuches in Kaliningrad der bereits in Problemen steckenden KD Avia finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt - vorausgesetzt, die Airline löse das Kopplungsgeschäft auf und lasse mehr Wettbewerb zu (Russland-Aktuell berichtete).
Gebietsverwaltung kündigt Maßnahmen an
Gouverneur Georgi Boos wies in dieser Angelegenheit daraufhin sein Wirtschaftsministerium an, die Situation zu klären und einen entsprechenden Maßnahmeplan vorzubereiten. Das Ministerium wiederum schaltete die Antimonopolbehörde ein, die nun ihrerseits besagte Stellungnahme abgegeben hat.
Noch sei eine abschließende Entscheidung darüber, wie man mit KD Avia verfahren wolle, nicht gefallen, betonte Wladimir Aschichin, stellvertretender Wirtschaftsminister der Regionalregierung, in dieser Woche gegenüber der Kaliningradskaja Prawda. Aus dem vorläufigen Bericht seines Hauses geht allerdings hervor, dass man mit den Leistungen der Flughafens alles andere als zufrieden ist:
Unzufriedenheit mit dem Service
Die Dienstleistungen entsprächen nicht annährend den europäischen Standards, im neuen Terminal gäbe es eine Menge technischer Probleme, unter anderem sei das Dach undicht. Auch der Service des Airports lasse Besseres wünschen, mitunter müssten Flugreisende nach der Ankunft zwei bis drei Stunden auf ihr Gepäck warten.
Das alles, heißt es, seien Folgen der Monopolstellung. Es sieht danach aus, als habe KD Avia, zumal in erheblichen finanziellen Turbulenzen, nicht wirklich eine Wahl.
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Der sibirische Frost hat auch Kaliningrad fest im Griff: Der Meteorologische Dienst sagt für das Wochenende Temperaturen von bis zu -30 Grad voraus. Im Ostseebad Selenogradsk ist man dann bereits nah am historischen Kälterekord: Am 25. Januar 1942 waren hier minus 33,1 Grad gemessen worden. ( Topfoto: Plath/.rufo)