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Der Flughafen Kaliningrad soll bald zum Dreh- und Angelpunkt im Ost-West-Verkehr werden (Foto: http://ru.poezdka.de)
Der Flughafen Kaliningrad soll bald zum Dreh- und Angelpunkt im Ost-West-Verkehr werden (Foto: http://ru.poezdka.de)
Montag, 28.05.2007

Flughafen wird von Provinzruine zum Ost-West-Drehkreuz

Kaliningrad. Der Kaliningrader Flughafen Chrabrowo wird derzeit mit Millionenaufwand modernisiert. Er soll nach dem Willen der regionalen Airline KD-avia zum Luft-Drehkreuz zwischen Russland und Westeuropa werden.

Wer schon lange nicht mit dem Flieger aus Berlin, Warschau oder Kopenhagen nach Kaliningrad reiste und das dieser Tage wieder einmal tut, wird staunen: Der Maler war da! Man hat renoviert!

Nicht dass aus dem Betonkasten, der sich „Internationaler Flughafen“ zu nennen wagt, nun eine wirkliche Entsprechung dieses Namens geworden wäre. Nein, noch immer wirkt von der ächzenden Gangway bis zum zerlöcherten Parkplatz, auf dem man einen Shuttlebus in die 30 Kilometer entfernte Gebietshauptstadt natürlich vergeblich sucht, vieles so sowjetschäbig wie eh und je.

Doch frisch gestrichene Wände, ein Kaffeeautomat und Panoramaverglasung haben wenigstens die kleine Passagierhalle aus der miefigen Vergangenheit abgeholt.

Bald Umzug in den Hauptkomplex



Auf seine alten Tage erlebt der „Internationale Terminal“ des Kaliningrader Flughafens noch einmal ein Make-up. Schon verwunderlich. Denn lange soll es diese vom eigentlichen Airport mehrere Kilometer entfernte, mitten in die Botanik in den hintersten Winkel des Roll-outs verbannte Peinlichkeit nun eigentlich gar nicht mehr geben: Wenn die derzeit laufende Großmodernisierung des Flughafens abgeschlossen ist, wird auch die „Filiale“ für die Auslands-Flüge in den Hauptkomplex auf der anderen Seite des Rollfeldes umziehen.

Moskau lässt sich den Umbau einiges kosten: Mehr als 15 Millionen Euro stecken bisher in dem Megaprojekt. Auch in Kaliningrad-Chrabrowo soll der Passagier künftig finden, was heute auf modernen Flughäfen längst Standard ist: Restaurant, Shops, W-LAN, Service-Terminal. Geplant ist auch ein Bus/Bahn-Shuttle in die Gebietshauptstadt und – perspektivisch – in die nahen Küsten-Kurorte.

Startbahn wird verlängert



Parallel zur Sanierung des eigentlichen Abfertigungsgebäudes entsteht neben den Passagier- und Frachtterminals derzeit das modernste Flugleitzentrum Russlands. Auch die Start- und Landebahn soll noch einmal um fast das Doppelte verlängert und ausgebaut werden, damit Langstreckenjets den Flughafen anfliegen können.

Der ganze Aufwand machte wenig Sinn, bliebe Kaliningrad das, was es bisher ist: ein öder Provinzflugplatz mit kaum mehr als ein paar Linien nach Moskau und St. Petersburg, Gomel, Warschau, Krasnodar und Minsk und dreimal wöchentlich einer Maschine nach Berlin.

Will kraeftig abheben: eine Boeing der KD-avia (Foto: Plath/.rufo)
Will kraeftig abheben: eine Boeing der KD-avia (Foto: Plath/.rufo)
Doch die Kaliningrader Fluggesellschaft KD-Avia, der auch der Airport gehört, will zu Höhenflügen abheben. Der Großumbau des Flughafens markiert den Start eines Projektes, das selbst große Optimisten lange für ökonomischen Unsinn hielten.

Die Ostsee-Exklave soll zu einem Luft-Drehkreuz zwischen russischen Regionen und Flughäfen Westeuropas ausgebaut werden. Mit dem Segen Moskaus – und kräftigen Zuschüssen: Im Föderalen Entwicklungsprogramm, das staatliche Infrastruktur-Investitionen bis 2015 festschreibt, sind für den Kaliningrader Flughafen weitere 1,3 Milliarden Rubel (etwa 37 Mio. Euro) eingeplant.

Damit soll unter anderem ein weiteres Terminal gebaut werden, das die Abfertigungskapazität von derzeit 15 auf künftig 45 Maschinen pro Tag hievt.

Von der Wolga an die Themse



Ost-West-Drehkreuz? Aus Nowosibirsk, Nischni Nowgorod, Jekaterinenburg, Ufa, Samara zunächst an Russlands Bernsteinrand, um dort in einen Flieger nach Paris, London, Hamburg oder Berlin umzusteigen: So in etwa soll das funktionieren. Bis dahin ist es schon noch ein Stück zu fliegen.

Angesichts der Zuwächse, die das Passagier- und Luftfrachtaufkommen in den nächsten Jahren zwischen Ballungszentren Russlands und der EU zu erwarten sind, setzt KD-avia auf die günstige geopolitische Lage Kaliningrads.

Und die eigene Statistik scheint dem zum Recht zu geben: Allein 2006 stieg die Personenbeförderungsleistung im Vergleich zum Vorjahr um das Zweieinhalbfache. In diesem Jahr rechnet KD-avia mit 1,5 Millionen Passagieren.

Ab 15. Juni tägliche Direktflüge



Bei Russland-Aktuell
• Neue Fluggesellschaft AirUnion darf an den Start (03.05.2007)
• Boeing von KD Avia muss in Moskau notlanden (08.03.2007)
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• Berlin - Kaliningrad: Neue Billigfluglinie eröffnet (06.01.2006)
• Lufthansa Technik betreut Pulkovo und Siberia (17.08.2005)
Dazu baut die Airline ihren Liniendienst weiter aus. Ab 15. Juni bietet man tägliche Direktflüge von mehreren deutschen Flughäfen nach Kaliningrad an: ab Hamburg, Hannover, Düsseldorf, München und Berlin. Die „Sommerflüge“ sind vorerst bis Ende Oktober befristet – doch bei entsprechender Auslastung sei vorstellbar, die Linien ganzjährig anzubieten, sagt KD-avia-Chef Waleri Michailow.

Bislang verkehrt KD-avia dreimal wöchentlich (Dienstags, Freitags, Sonntags) zwischen Berlin und Kaliningrad. Wirklich ausgebucht ist die dunkelblaue Boeing allerdings nur selten. Das Kerngeschäft der 2002 gegründeten Fluggesellschaft liegt weiterhin auf Liniendienst zwischen Kaliningrad und Moskau/Petersburg sowie Charterflügen nach Nahost und Afrika.
Bislang verkehrt KD-avia dreimal wöchentlich (Dienstags, Freitags, Sonntags) zwischen Berlin und Kaliningrad. Wirklich ausgebucht ist die dunkelblaue Boeing allerdings nur selten. Das Kerngeschäft der 2002 gegründeten Fluggesellschaft liegt weiterhin auf Liniendienst zwischen Kaliningrad und Moskau/Petersburg sowie Charterflügen nach Nahost und Afrika.

Russische Jets komplett ausgemustet



Doch den neuen Linienpläne zufolge, die KD-avia Anfang Juni in mehreren europäischen Großstädten zwischen Berlin, Brüssel und Athen präsentierte, ist mit den Kaliningradern künftig zu rechnen. Auch im Billigflug-Sektor: Schon jetzt bietet KD-avia seine Flüge zu deutlich niedrigeren Preisen an als viele russische und westliche Mitbewerber.

Im russischen Maßstab legt die Fluggesellschaft ein geradezu rasantes Tempo vor: Als erste Airline Russlands führte man den Ticketverkauf via Internet (www.kdavia.ru) ein. Ebenfalls Vorreiter spielte KD-avia auf technischem Gebiet: Man trennte sich von den hoffnungslos veralteten, anfälligen und kerosinfressenden Tupolew-Maschinen und stellte den Flugzeugbestand komplett auf die modernere und komfortablere Boeing 737-300 um. Derzeit sind 12 dieser Mittelstreckenjets im Einsatz, in diesem Jahr sollen weitere acht dazu kommen.

Es herrscht Sektlaune bei KD-avia. Zumal nun auch die erste Ausbaustufe des neuen Flughafens fast fertig ist. Zur Eröffnung am 23. Juni lässt es die Airline richtig krachen: Geplant ist ein gigantisches Rockkonzert mit Joe Cocker, den Scorpions und ZZ-Top.

(Thoralf Plath/.rufo/Kaliningrad)


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