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Reste des Königsberger Schlosses sind nur noch unter der Erde zu finden: Ausgrabungen in Kaliningrad (Foto: tp/.rufo)
Reste des Königsberger Schlosses sind nur noch unter der Erde zu finden: Ausgrabungen in Kaliningrad (Foto: tp/.rufo)
Dienstag, 22.06.2010

Wiederauferstehung des Königsberger Schlosses?

Kaliningrad. Die Kaliningrader sollen über den Wiederaufbau des Königsberger Schlosses entscheiden. Gouverneur Boos hat ein Referendum für März 2011 angekündigt. Möglicherweise ist er da schon nicht mehr im Amt.

Über Jahrhunderte war das Königsberger Schloss neben dem Dom das Wahrzeichen der Hauptstadt Ostpreußens. Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Der böhmische König Ottokar II. soll den Bau befohlen haben.

Symbol Königsbergs


Im 14. Jahrhundert wurde das Schloss zur Burg des Deutschen Ordens, später krönte sich Friedrich I. in Königsberg zum ersten preußischen König. Im Zweiten Weltkrieg war das Schloss Aufbewahrungsort für das geraubte Bernsteinzimmer – bis zu dessen geheimnisvollem Verschwinden.

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• Kaliningrad: Kommunisten wettern wider Königsberg (28.06.2009)
• Ausgrabung am Königsberger Schloss wird fortgesetzt (21.01.2009)
• Kaliningrad: Privatisierungsstreit um das Haus der Räte (13.08.2008)
Bei britischen Bombenangriffen im Sommer 1944 schwer beschädigt wurde das Schloss schließlich (1968) von der neuen kommunistischen Führung der in Kaliningrad umbenannten Stadt gesprengt und abgerissen. An seiner Stelle sollte das „Haus der Räte“ entstehen, dessen Bau jedoch nie vollendet wurde.

Putin ist für Wiederaufbau des Schlosses


Nach dem Zerfall der Sowjetunion war der Aufbau des Schlosses immer wieder mal im Gespräch. Wegen der immensen Kosten gab es aber lange keinen Geldgeber. Erst als der damalige Präsident Putin grünes Licht für den Neubau des Schlosses gab, fanden sich ein paar Investoren ein.

Die Wirtschaftskrise, die Kaliningrad schwer erwischte, hat alle hochfliegenden Bauprojekte allerdings für geraume Zeit begraben. Nun kommt wieder Bewegung in die Sache.

Referendum soll über den Bau entscheiden


Gouverneur Boos schlägt ein Referendum der Kaliningrader über den Bau vor. Die Stimmung ist gespalten. Die Kommunisten sehen in dem Schloss ein „Symbol des preußischen Militarismus“.

„Ich verstehe die latente Germanisierung der Region nicht“, ärgert sich beispielsweise der kommunistische Abgeordnete Igor Rewin. Wenn statt des Schlosses eine moderne Bibliothek errichtet würde, sei er dafür. Im Wiederaufbau des Schlosses hingegen sieht er keinen Sinn.

Befürworter des Wiederaufbaus in der Mehrheit?


Die Regionalverwaltung ist dennoch optimistisch. Ihren Angaben nach hat sich bei Umfragen eine große Mehrheit der Kaliningrader für den Wiederaufbau ausgesprochen. Im März will Boos daher abstimmen lassen.

Russlanddeutscher Boos zieht wohl nicht ins Schloss ein


Ob Gouverneur Boos, der selbst deutsch-holländische Wurzeln hat, den Schlossbau noch auf seinem Posten erlebt und möglicherweise dort einzieht (einer der Pläne besteht darin, es als Regionalverwaltung zu nutzen), ist derzeit aber unklar.

Gegen den Gouverneur formiert sich in Kaliningrad immer stärkerer Widerstand. Im August hat die Opposition zu einer weiteren Großdemonstration aufgerufen. Sie will damit verhindern, dass der Kreml Boos für eine zweite Amtszeit ernennt. Die erste Amtsperiode des Gouverneurs endet noch in diesem Jahr.



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Die Kaliningrad-Passage am Siegesplatz steht erst seit ein paar Jahren. Die Geschichte des Platzes reicht hingegen schon rund 100 Jahre zurück. Der Platz hieß zunächst Hansaplatz, zu Zeiten des Dritten Reichs Adolf-Hitler-Platz. Aus Königsberger Zeit ist das Rathaus erhalten geblieben. ( Topfoto: Ballin/.rufo)


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