 |
|
| Stadtarchitektin Tatjana Kondakowa im Gespräch mit Journalisten (Foto: Ballin/.rufo) | |
Donnerstag, 16.06.2005
Schloss und Haus der Räte bald nebeneinander?
Kaliningrad. Haben das Kaliningrader Schloss und das Haus der Räte eine gemeinsame Zukunft? Stadtarchitektin Tatjana Kondakowa meinte im Gespräch mit aktuell.ru, dieses Szenario sei durchaus möglich.
|
|
Vom 15. – 17. Juni findet in Kaliningrad ein internationales Architektensymposium zur weiteren Entwicklung der Innenstadt Kaliningrads statt. Die Konferenz solle eine Ausschreibung zur Neugestaltung des Zentrums vorbereiten, begründete Alexa Saure von der Gesellschaft für Technik und Zusammenarbeit (GTZ) den Sinn der Veranstaltung.
|
Fördergelder aus Deutschland
|
Es sollen neue Ideen in die Diskussion eingebracht werden. Fehler, die beim Wiederaufbau anderer Hansestädte gemacht wurden, sollen in Kaliningrad vermieden werden. Die deutschen Partnerstädte Rostock und Kiel, aber auch Hamburg und die polnische Stadt Gdansk (Danzig) haben daher Fördermittel bereit gestellt, um Kaliningrad bei seinen Restaurierungsbestrebungen zu unterstützen.
|
Bislang gibt es noch deutliche Divergenzen zwischen Modernisierern und Bewahrern. „Während viele Kaliningrader in erster Linie das historische Erbe wiederherstellen wollen, begreifen die Städtebauer, dass sich die Vergangenheit nicht einfach wieder herstellen lässt“, macht Saure den Konflikt deutlich.
|
Nebeneinander von Schloss und Haus der Räte
|
|
 |
| Kondakowa will das Haus der Räte erhalten (Foto: Mischke/.rufo) |
Wie die „Versöhnung“ zwischen Gegenwart und Vergangenheit die Zukunft gestalten könne, machte Kaliningrads Stadtarchitektin Kondakowa am konkreten Beispiel deutlich. Sie könne sich einen teilweisen Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Schlosses durchaus vorstellen, meinte sie. Gleichzeitig habe auch das zu Sowjetzeiten angefangene und bis heute nicht vollständig fertig gestellte Haus der Räte direkt daneben eine hoffnungsvolle Zukunft.
|
Es komme darauf an, die beiden Elemente richtig miteinander zu verbinden, sagte Kondakowa. Vielen Städten sei die Symbiose zwischen Modernität und Vergangenheit geglückt. Freilich konnte Kondakowa weder etwas zu Zeitplan noch Finanzumfang eines eventuellen Wiederaufbaus des Schlosses sagen.
|
„Wenn die öffentliche Aufgabe steht, das Schloss wieder zu errichten, dann findet sich auch das Geld”, sagte die Stadtarchitektin. Für das Stadtjubiläum habe man ja schließlich auch die notwendigen Mittel zusammen bekommen.
|
Gref fordert Brunnen vor dem Königstore
|
Der jüngste Besuch von Wirtschaftsminister German Gref hat freilich bewiesen, dass die Vorbereitungen auf den Geburtstag noch nicht soweit sind, wie sie sein sollten. Wenn Gref auch im Allgemeinen mit dem Stand zufrieden war, stellte er dennoch Mängel fest.
Um das Königstor herum müssten noch Verschönerungsarbeiten durchgeführt werden, musste auch Kondakowa zugeben. Gref hatte gefordert, in der Nähe einen Brunnen oder ein Cafe zu errichten, um den Erholungswert des Denkmals zu erhöhen. Dies wäre sicher auch ohne Aufforderung des Ministers im Laufe der Zeit entstanden, rechtfertigte sich Kondakowa. Doch durch den Druck von oben wird das wohl schneller geschehen. Bis zur 750-Jahrfeier soll schon mal ein vorläufiger Brunnen aufgestellt werden.
(ab/.rufo)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>