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| Weder Königsberg noch Sowjet-Kaliningrad: Das neue "Clover City Center" am Siegesplatz (foto: tp/.rufo) | |
Mittwoch, 13.02.2008
Kaliningrad will in sein Stadtbild investieren
Kaliningrad. Die Stadtregierung will die Fassaden an den zentralen Hauptstraßen einheitlich renovieren. Bis zu 80 Prozent finanziellen Zuschuss verspricht Bürgermeister Aleksander Jaroschuk dafür.
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„Wir müssen die Straßen in Ordnung bringen, damit sie harmonisch aussehen“, begründet Jaroschuk sein Vorhaben. Es könne nicht angehen, dass jeder Geschäftsbesitzer seine eigenen Regeln aufstelle. Viele der Fassaden seien in grellen Farben gestrichen, mit Werbeplakaten behangen oder einfach hässlich.
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Die Stadtregierung trägt die Kosten für die Planung der Fassaden, die von Stadtarchitekt Aleksander Baschin erstellt wird. Die Renovierungsarbeiten sollen gemeinsam von der Stadt und den Besitzern der Verkaufsflächen finanziert werden. Dabei soll in jedem Fall einzeln entschieden werden, wer wieviel bezahlt.
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| Bürgermeister Jaroschuk will Geld für einen neue Stadt-Optik bereitstellen (foto: Gusejnow/Komsomolskaja Prawda) |
Späte Einsicht angesichts des Betons Schon vor zwei Wochen hatte Bürgermeister Jaroschuk ein Bauprojekt von Wolkenkratzern am Wassilewskij-Platz gestoppt, weil sie nicht in die ästhetische Konzeption des Platzes passen. „Im Idealfall sollen um den Wassilewskij-Platz und das Bernstein-Museum mittelgroße Gebäude im Stil des alten Königsbergs entstehen“, erklärt Jaroschuk.
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Die Einsicht, dass der Städtebau ästhetischen Grundlagen folgen sollte, kommt reichlich spät. Schon jetzt ist der zentrale Siegesplatz von neuen monströsen Büro- und Geschäftsgebäuden eingekreist, wo kleinere Gebäude oder gar grüne Oasen weitaus die bessere und schönere Alternative gewesen wären.
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Historisches Stadtbild schon verloren? Genauso geschehen gegenüber dem Kant-Dom: Wo das alte Königsberg sein städtisches Herz hatte, verschandelt ein riesiger Betonklotz nicht nur die Aussicht, sondern verstößt gegen die 200-Meter-Schutzone an Baudenkmälern.
Das Problem dabei sind oftmals nicht die fehlenden Gesetze, sondern die Korruption im Verwaltungsapparat. Für eine entsprechende Geldsumme wird bei den Baurichtlinien schon mal ein Auge zugedrückt.
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Igor Odinzow, Verantwortlicher für den Wiederaufbau des Königsberger Doms, sagt im „Königsberger Express“: „Noch ist es möglich, das historische Bild von Alt-Königsberg zu rekonstruieren. Diese Möglichkeit wird aber jedes Jahr geringer.“
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Bleibt zu hoffen, dass das neuerlich verstärkte Engagement der Stadtregierung dieser Vision eine Chance gibt.
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