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| Wird die neue Orgel im Kaliningrader Dom bald steuerfrei sein? (Foto: tp/.rufo) | |
Freitag, 23.01.2009
Kaliningrad: Weniger Geld für die Kultur
Kaliningrad. Den Kaliningrader Kultureinrichtungen stehen im Krisenjahr 2009 drastische Mittelkürzungen ins Haus. Die Ausgaben Kulturetat des aktuellen Gebietshaushalts wurden um 45 Prozent reduziert.
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Museumsangestellte, Musiker und Schauspieler, ohnehin schon zu den am schlechtesten bezahlten Berufsgruppen zählend, stehen vor einer schweren Zeit. Die Reaktionen in den betroffenen Einrichtungen reichen von Sarkasmus bis trotzigen „Wir stehen das durch“-Kommentaren.
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„Wir haben schon schlimmere Zeiten überlebt, zum Beispiel die Finanzkrise 1998“, sagt etwa Valeri Lyssenko, Chef des Musiktheaters Bassejnaja, in einer Umfrage der Kaliningradskaja Prawda. Er sei sich sicher, dass man das Theater erhalten werde. „Gekündigt wird keinem. Um zu überleben, werden wir eben mehr arbeiten und etwas dazu verdienen.“
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Lyssenkos Kollege, Philharmonie-Direktor Viktor Bobkow, nennt die Sparmaßnahmen im Kulturbereich eine „echte Tragödie“. Die Philharmonie müsse ihre Ausgaben um mehr als die Hälfte reduzieren.
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“Lieber weniger Geld als Personalabbau“
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Sergej Jakimow, Direktor des Kaliningrader Regionalmuseums für Geschichte und Kunst, kündigt indes einen Personalabbau an. „Wir müssen eigentlich 60 von insgesamt 120 Stellen reduzieren. 20 davon sind ohnehin schon unbesetzt. Unser Museumskrisenstab hat beschlossen, lieber Gehälter zu kürzen, damit möglichst keiner unserer Fachleute entlassen wird.
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Es sind Kenner der Geschichte unserer Region. Wenn sie gehen, reißen wichtige Verbindungsfäden.“ Man habe eine Reihe von Ausgaben gestrichen, etwa das Rasenmähen, so Jakimow. „Das werde ich wahrscheinlich selbst machen müssen.“
Das Kaliningrader Puppentheater in der Luisenkirche arbeitet wegen der laufenden Sanierungsarbeiten ohnehin schon nur noch in Sparbesetzung. Laut Direktor Alexander Perebejnos werde der Personalabbau daher nur noch eine Formalie sein.
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Unter dem Druck der finanziellen Aussichten hat sich die lokale Gesellschaftskammer mit der Bitte an die Gebietsduma gewandt, die Eigentumssteuerpflicht für Kultureinrichtungen abzuschaffen.
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Der Betreiberfirma des Königsberger Doms Kafedralnyj Sobor muss etwa für die neue Orgel im Dom jährlich fast drei Millionen Rubel Steuern zahlen. Es sei absurd, wenn der bloße Besitz der Orgel teurer ist als die Wartungs- kosten“, sagt Dom-Direktor Igor Odinzow.
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