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Montag, 25.10.2004
Kaliningrad: Visafreiheit für EU-Bürger?
Kaliningrad. Ein Blick in den Straßenatlas zeigt: Der direkte Weg aus Westeuropa ins Baltikum führt über das russische Kaliningrad. Wegen der Visapflicht wird das Gebiet aber von EU-Bürgern und Spediteuren gemieden. Der Verkehr fliesst über das benachbarte Litauen. Eine verpasste Chance für Russland, findet Dmitri Rogosin von der „Rodina“-Partei. Er plädiert für die Abschaffung aller Visaformalitäten.
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Rogosin, der Fraktionsvorsitzender seiner Partei in der Staatsduma ist, denkt dabei vor allem in wirtschaftlichen Dimension. In einer öffentlich verbreiteten Erklärung fragt er: „Warum verstellen wir den Polen und Deutschen den Weg durch das Kaliningrader Gebiet, wenn sie nach Lettland, Estland oder St. Petersburg fahren wollen? Wir könnten mit dem Transit durch den nordwestlichen Teil Russlands sehr viel Geld verdienen.“
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Kaliningrad als Einnahmequelle
Doch leider behindern „Scheu und Starrsinn“ Moskauer Beamter die Abschaffung der Visapflicht und die Öffnung Kaliningrads als Transitraum. Rogosin bedauert, dass damit Chancen, die aus der EU-Osterweiterung entstanden sind, nicht genutzt werden können.
Traum vom Logistikzentrum Kaliningrad
Dabei hat die russische Regierung die Vorteile der geografischen Lage Kaliningrads im europäischen Wirtschaftsraum selber schon längst erkannt: So sieht das „Föderale Programm zur Entwicklung des Kaliningrader Gebietes bis 2010“ aus dem Jahr 2001 vor, Kaliningrad zu einem Logistikzentrum auszubauen.
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Bezüglich dessen verdeutlicht Rogosins Erklärung, dass der Erfolg dieses Pläne jedoch nicht nur vom Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, sondern eben im entscheidenden Maße auch von der Durchlässigkeit der Grenzen abhängen wird.
Kaliningrad-Experte Rogosin
Dmitri Rogosin war von Juli 2003 bis Januar 2004 von Präsident Putin ernannter Sonderbeauftragter für das Kaliningrader Gebiet. In dieser Funktion war er für die Probleme im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung zuständig.
(jm/.rufo)
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