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| Okkulte Gravuren schmücken auch den Deckel der Schatz-Schatulle (foto: tp/.rufo) | |
Donnerstag, 17.01.2008
Kaliningrad: Rätsel der okkulten Talismane gelöst
Kaliningrad. Das Geheimnis der Amulette, die 2005 im Königsberger Schloss entdeckt wurden, scheint gelöst. Die vermeintlichen Devotionalien eines Teufelsanbeters gehörten wohl dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm II.
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Archäologen des Kunsthistorischen Museums hatten bislang vermutet, dass die in einer Silberschatulle verborgenen zehn Medaillons und Talismane einst einem mittelalterlichen satanischen Kult gedient und möglicherweise zum Instrumentarium eines Teufelsanbeters gehört haben. Doch die Spur führt in eine andere Richtung:
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| Okkulte Werkzeugkiste: die Schatulle nach dem Fund im Schlosskeller (foto: tp/.rufo) |
Einem Bericht der Zeitschrift „Spiegel“ zufolge stehen die Amulette mit den Rosenkreuzern in Verbindung – einem dunklen Geheimbund im Dunstkreis von Illuminaten und Freimaurern, der mit seiner aus christlichen, jüdischen und mystischen Elementen gemixten Lehre und geheimnisvollen Ritualen in der Frühzeit der Aufklärung Adlige aus ganz Europa in seinen Bann schlug.
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Das Hamburger Nachrichtenmagazin zitiert den Volkskundler Dieter Harmening, der in zweijähriger Forschungsarbeit die aramäische Quadratschrift und andere rätselhafte Zeichen und Symbole auf den Kaliningrader Fundstücken entschlüsselte. Dabei stieß er auch auf Namen wie „Haniel“ und „Hagiel“ – Engelsnamen aus dem Glaubenskosmos der Rosenkreuzer, wie der „Spiegel“ schreibt.
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Okkulter Preußenkönig Eins der prominentesten Mitglieder der Rosenkreuzer im ausklingenden 18. Jahrhundert war Friedrich Wilhelm II. Der Preußenkönig, der von 1786 bis 1797 regierte, machte aus seinen okkulten Neigungen kein Geheimnis.
Während Preußen zum Zentrum der Aufklärung aufstieg und Kant in Königsberg in seinen Vernunftskritiken der Frage nachsann, was der Mensch wissen könne, suchte der Regent das Heil im Anbeten von Geistern und spiritistischen Sitzungen, in geheimen Bruderschaften und Alchemie.
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Darum glaubt Volkskundler Harmening, dass der Besitzer der seltsamen Schatulle aus dem Königsberger Schlosskeller „kein Geringerer als der König selber“ gewesen ist. Eine ganze Reihe von Indizien spreche dafür. Zum Beispiel dieses: Nach seiner Aufnahme in den Geheimbund der Rosenkreuzer erhielt der Monarch ein silbernes Hexagramm. Ein ebensolches Amulett mit einem sechszackigen Stern und den für die Loge typischen Umschriften befand sich auch in der Kaliningrader Silberschachtel.
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| Dieses Hexagramm-Amulett gehörte vermutlich Friedrich Wilhelm II. (Foto: tp/.rufo) | |
Dieter Harmening geht in einem kurz vor der Publikation stehenden Fachaufsatz im aktuellen Jahrbuch „Perspektiven der Philosophie“ davon aus, dass es sich bei dem Hexagramm um das Brustzeichen des Königs handelt.
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Vom Zauberamulett zum Museumsexponat Die Recherche des deutschen Wissenschaftlers wirft ein ganz neues Licht auf die Geschichte der Schatulle, die als „Schatz aus dem Königsberger Schlosskeller“ in Kaliningrad für viele Schlagzeilen sorgte. Zu besichtigen sind die wundersamen Amulette, hervorragend restauriert und in sehr gutem Zustand, in der Archäologie-Abteilung des Kunsthistorischen Museums in der ehemaligen Stadthalle.
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Sie ziehen dort, was nicht verwundert im abergläubischen Russland, viele Besucher magisch an. Ob die Stücke in den Vitrinen immer noch Wunder wirken – wer weiß?
(Thoralf Plath/tp/.rufo)
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