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| Rund 20 Millionen Muslime sollen in Russland laut Schätzungen leben. Das Foto zeigt eine Moschee in Rybuschkino westlich von Moskau. (Foto: Tatarlar) | |
Freitag, 15.02.2008
Kaliningrad: Moscheebau im Vergnügungspark?
Kaliningrad. Die seit 15 Jahren geplante Moschee soll nun endlich gebaut werden: in einem Park in der Nähe des Südbahnhofs. Nach endlosen Verhandlungen sind aber immer noch nicht alle mit dieser Entscheidung zufrieden.
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Diese Woche wurde die letzte Formalität erledigt – eine öffentliche Anhörung, die im Eklat endete, berichtet die „Komsomolskaja Prawda“. Die Einwände gegen den Bau im Park „40 Jahre leninistisch-kommunistische Union des Nachwuchses“ reichten dabei von ernst zu nehmenden Sorgen bis hin zu platten Vorurteilen über das islamische Gotteshaus.
Die Moschee soll an einem Seitenwall im Inneren des Parks entstehen. Schon im Oktober 2005 hatte der damalige Bürgermeister Juri Sawenko den Park als Bauort bekannt gegeben. Um die Denkmal-Schutzzone zum Museum Friedländer Tor nicht zu verletzen, wurde der genaue Bauplatz aber verlegt.
Ort der Einkehr zwischen Jahrmarktattraktionen Aber es gibt weitere Einwände gegen den Bau und gegen die verfehlte Politik beim Umgang mit den städtischen Erholungsgebieten: Der 42 Hektar große Park ist eine der wenigen verbleibenden Grünflächen in der Stadt, die als Erholungsgebiet gerettet werden könnten.
60 Jahre lang verwilderte der Park. Erst in den letzten Jahren er notdürftig wieder hergerichtet worden. Es gibt bereits Pläne für einen Vergnügungsbereich mit Zirkus und Eispalast – eine Verwandlung, die schon andere Parks in Kaliningrad erleiden mussten. Dabei bleibt nicht viel Platz für Erholung in der Natur. Ebenso ist fraglich, ob Jahrmarktattraktionen mit einem religiösen Ort der Einkehr harmonieren.
„Das einzige Gute, wie ich denke, an dem Bau der Moschee ist, dass hier keine Wohnhäuser entstehen“, sagte Oleg Grebenjuk, Direktor des Parks, gegenüber der „Komsomolskaja Prawda“. Und diese Tatsache ist nicht zu unterschätzen. Erst vor kurzem hat der Stadtrat für 27 Parks der Stadt Baumaßnahmen beschlossen, darunter für die unbebauten Flächen am Schlossteich und am Haus der Räte.
Moscheebau ruft Empörung hervor Bereits seit 1993 suchte die städtische moslemische Gemeinde nach einem geeigneten Platz. Sie scheiterte allerdings immer wieder an den Anwohnern, die gegen den Bau in ihrem Bezirk kämpften. Ähnlich wie in Westeuropa scheint auch hier der Bau einer Moschee ein heikles Thema zu sein. „Es gibt eine gewisse Islamophobie in unserer Gesellschaft“ sagte Oleg Panasenko, Leiter der Abteilung für nationale, kulturelle und gesellschaftliche Beziehungen des Kulturministeriums im Gebiet Kaliningrad gegenüber der „Komsomolskaja Prawda“. „Man braucht nur davon zu reden, eine Moschee bauen zu wollen, schon beginnt die Empörung.“
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Die geplante Moschee soll von zwei 37 Meter hohen Minaretten gekrönt sein und Platz für 250 bis 300 Betende bieten. Zurzeit leben ungefähr 10.000 Moslems im Gebiet Kaliningrad.
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