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| Der Sieg als parteipolitische Aktion: Unter dem Foto des Weltkriegssoldaten wirbt die Kremlpartei Einiges Russland für sich. (Foto: Mischke/.rufo) | |
Freitag, 06.05.2005
Kaliningrad: Militärisches Gedenken an den Sieg
Kaliningrad. Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes steht Kaliningrad vor einem wahren Gedenkmarathon. Bei den Erinnerungsveranstaltungen stehen vor allem die militärischen Erfolge der Roten Armee im Vordergrund.
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Der bevorstehende Jahrestag kündigt sich in der Stadt unübersehbar an: In einer Kaliningrader Supermarktkette hängen großformatige Schwarz-Weiß-Fotos von der Decke, auf denen heroisch erscheinende Sowjetsoldaten mit der Waffe in der Hand oder ordensbehängte Pilotinnen in die Kamera lächeln.
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| Eine Pilotin lächelt in die Kamera (Foto: Mischke/.rufo) |
Über die Straßen sind Spruchbänder gespannt, auf denen „Eure Heldentaten werden ewig leben“, „Salut zum Sieg“ oder „9. Mai - Sieg!“ steht. Selbst die großformatigen Werbetafeln sind mit Fähnchen in den Farben der russischen Trikolore umkränzt. An den Laternenpfählen hängen Fahnen, auf denen an die erfolgreiche Einnahme Königsbergs vor 60 Jahren erinnert wird.
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Worte statt Taten
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30.000 bis 60.000 Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges sollen in Kaliningrad noch leben. Für die meisten der Überlebenden wird es die letzte große Erinnerungsveranstaltung an die Ereignisse vor 60 Jahren sein.
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Dass Veteranen und Kriegsinvaliden aus diesem Anlass von einigen Fluggesellschaften Freiflüge oder von der Stadtverwaltung einen kostenlosen Banja-Besuch geschenkt bekamen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Russlands Alte in den letzten Jahren von Staat und Gesellschaft nicht immer gut behandelt wurden.
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Umso mehr wird den Augenzeugen von damals nun mit Worten und Auszeichnungen gehuldigt. In den vergangenen Wochen gab es bereits unzählige Festveranstaltungen oder auch Treffen mit Schulkindern oder Militärangehörigen. Das Programm für die Woche vor dem 9. Mai umfasst mehr als 60 weitere Veranstaltungen.
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Vernachlässigte Gräber
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Die zentrale Feierstunde wird am 9. Mai mit einer großen Militärparade am „Denkmal der 1.200 Gardisten“ stattfinden. Das Denkmal war erst in den letzten Monaten wieder instand gesetzt worden, nachdem es mehrere Jahrzehnte (das Denkmal wurde bereits im September 1945 enthüllt) keine Restaurierung erfahren hatte.
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Auch der Großteil der anderen insgesamt 180 Soldatengräber im Kaliningrader Gebiet ist in den letzten Jahren stark vernachlässigt worden. Erst im Vorfeld des 60. Jahrestages wurde aus dem Staats- und Regionalhaushalt Geld bereit gestellt, um in einigen Gedenkstätten zerbrochene Grabplatten, unleserliche Inschriften und vernachlässige Grünanlagen wieder in Ordnung zu bringen.
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Ein eigener Friedhof
Auch eine langjährige Forderung des Kaliningrader Veteranenkomitees wurde anlässlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes umgesetzt: In Medwedewka, wenige Kilometer nördlich von Kaliningrad entsteht auf 28 Hektar eine ganz neue Gedenkstätte für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges. Auf einem direkt angeschlossenen Soldatenfriedhof sollen künftig ausschließlich verdiente Kriegsveteranen ihre letzte Ruhe finden.
Den bekannten und unbekannten Soldaten
Wieviele sowjetische Soldaten auf dem Territorium des Kaliningrader Gebietes während der Kämpfe des Zweiten Weltkrieg starben, ist nicht bekannt. Ein in Kaliningrad publiziertes „Buch der Erinnerung“ nennt die Namen von 145.928 Soldaten. Weitere 12.-14.000 sind den Herausgebern des Buches bekannt. 47.000 Sowjetsoldaten sind den Nachforschungen einer regionalen Fernsehstation zufolge in Ostpreußen verschollen.
(jm/.rufo)
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