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| Romantische Wildnis: Ein Spaziergänger im ehemaligen Max-Aschmann-Park (Foto: tp/rufo) | |
Donnerstag, 14.06.2007
Kaliningrad: Max-Aschmann-Park wird restauriert
Kaliningrad. Gibt es noch Hoffnung für eine der schönsten und größten historischen Grünanlagen des alten Königsberg? Die Stadt will jetzt den Max-Aschmann-Park sanieren lassen.
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Zwei Millionen Rubel (60.000 Euro) sind vorerst im städtischen Haushalt vorgehsen, um damit zu beginnen, die verwilderte Anlage wieder auf Vordermann zu bringen. Die alten Wander- und Flanierwege sollen Schritt für Schritt wieder hergerichtet werden, eine Minigolfanlage ist geplant und auch ein großer Kinderspielplatz. Um den Park als Naherholungsgebiet zu erhalten, wurden alle Bauvorhaben auf dem historischen Gelände gestoppt.
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Für eine komplette Restaurierung der in seinen besten Zeiten fast 45 Hektar großen Grünanlage im Norden der Stadt reichen die bewilligten Mittel freilich nicht einmal ansatzweise. Hier hofft man im Rathaus, wie die Zeitung „Strana Kaliningrad“ berichtet, auf einen privaten Investor. Der dürfte sicher auch gern auch aus Deutschland kommen, freilich gäbe es auch näherliegende Stiftervarianten. Denn an finanziellen Mitteln wird es den meisten Besitzern der Prachtvillen in der Umgebung des heutigen Stadtteils „Sewernaja Gora“ nicht wirklich mangeln...
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Geschenk eines Weinhändlers
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Als Stiftung beginnt schon die Geschichte des Parks. Der Name geht auf den Königsberger Weinhändler Max Aschmann zurück, der seiner Heimatstadt im Jahre 1903 eine Summe von 100.000 Reichsmark zur Verfügung stellte für die Anlage eines öffentlichen Parkes.
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Die Stadtväter legten das Geld des Wohltäters gut an: Sie ließen einen kleinen Eichenwald am Rand des Villenviertels Maraunenhof kultivieren. Schon zehn Jahre später war daraus eine Perle der städtischen Parklandschaften geworden, die viel zum Ruf Königsbergs beitrug, eine der grünsten Städte Europas zu sein. Begeistert von der schönen Anlage, ließ Aschmanns Freund und Mitgesellschafter Walter Schalt im Park das „Waldschloss“ bauen. Dort wurde ein Museum für Baumkunde und später noch eine Pension eingerichtet.
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Zu sowjetischer Zeit verwildert
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| Der einst perfekt gepflegte Park wurde jahrzehntelang vernachlässigt (Foto: tp/rufo). | |
Nach dem Krieg war es damit vorbei. Die ersten russischen Neusiedler wie der heutige Heimatforscher Awenir Owsjanow erinnern sich noch an die „mit Keramik ausgelegten Wege, stilvolle Promenaden, die idyllischen Bootsstege rings um den Teich“. Doch auch an umgestürzte Skulpturen, Plünderungen bei der Suche nach Baumaterial und Brände. In den letzten Jahren verwilderte die als „Kulturpark des Leningrader Rajons“ deklarierte, als Park aber kaum noch zu erkennende Anlage immer mehr und verkam zur Müllkippe. Vom Waldschloss blieben nur Fundamente.
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Da das Entwässerungssystem des Parks schon kurz nach dem Krieg zusammenbrach, versumpften große Teile des Parks. Die Drainagen sollen daher jetzt als erstes wieder in Ordnung gebracht werden.
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Öffentliche Debatte trägt Früchte
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Dass die Stadt sich überhaupt um die Renaissance des historischen Parks kümmert, ist auch eine Folge der in Gang gekommenen öffentlichen Diskussion um die Restaurierungsnot und den Verfall Königsberger Bau- und Kulturdenkmale.
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Im Zuge dieser Debatte fordern immer mehr Kaliningrader von der Stadt, mehr für die Rettung historischer Bauten und Parkanlagen zu tun. Die ersten Aufräumaktionen im Max-Aschmann-Park waren privater, freiwilliger Natur. Es scheint, als hätten die „Subbotniks“ nun Wurzeln geschlagen.
(Thoralf Plath/Kaliningrad/.rufo)
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