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| Früher beherrschte Lenin den Siegesplatz. Nach zwei Jahren Obdachlosigkeit ist er wieder zurück, musste aber mit einem Ausweichquartier vorlieb nehmen. (Foto: Mrozek/.rufo) | |
Mittwoch, 04.04.2007
Kaliningrad: Lenin-Denkmal wieder auf dem Posten
Kaliningrad. In aller Stille ist das Kaliningrader Lenindenkmal wieder aufgestellt worden. Der Führer des Weltproletariats, seit 2004 "obdachlos", blickt nun von einem Sockel vor dem Haus der Künste unweit des Südbahnhofes.
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Am Haus der Künste beginnt der Leninprospekt, mit fast vier Kilometern Länge Hauptverkehrsachse der Stadt. Ursprünglich stand die sechs Meter hohe Statue am zentralen Platz des Sieges. Seit 1952 ragte das Monument dort am Rand einer asphaltierten Aufmarschfläche auf.
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Doch als die Russisch Orthodoxe Kirche begann, hinter Lenins Rücken ihre Christi-Erlöser-Kathedrale hochzuziehen, bahnte sich ein symbolträchtiger Showdown an. Im Herbst 2004 sollte das Denkmal der Neugestaltung des Siegesplatzes weichen und ein paar hundert Meter entfernt an einer Kreuzung wiederaufgebaut werden.
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Zur „Sanierung“ abtransportiert…
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Doch Kommunisten und Veteranenverband schäumten und organisierten so heftige Proteste, dass der Stadtsowjet einknickte und beschloss: Lenin bleibt. Bürgermeister Jurij Sawenko reagierte clever. Das Denkmal sei dringend sanierungsbedürftig - und eben dafür vom Sockel geholt werden, natürlich nur vorübergehend.
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Ehe die Protestler sich versahen, wurde das Monument am 1. Dezember 2004 vom Siegesplatz abtransportiert, in eine Gießerei verfrachtet und blieb dort, zwei Jahre lang. Dass Lenin wiederaufgerichtet werden würde, galt allerdings seit dem Streit als sicher.
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Zunächst sollte er vor dem Rätehaus (Dom Sowjetow) postiert werden. Das Fundament war schon gegossen, da durchquerte Kaliningrads Chefarchitekt Alexander Baschin mit seinem Wiederaufbauprojekt für das Schlossplatz-Areal die Pläne: Für den Sowjetgründer war dort kein Platz. Daraufhin einigte man sich auf die Grünfläche vor dem Haus der Künste. Auch für diesen Platz hatte die Stadtverwaltung eigentlich schon andere Gestaltungspläne, doch neuen Zoff wollte Bürgermeister Sawenko nicht riskieren.
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… und bei Nacht und Nebel wieder aufgestellt
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In einer Nacht- und Nebelaktion, von der nicht einmal die Pressestelle der Stadtverwaltung wusste, wurde der Bronze-Iljitsch in der Nacht zum Freitag dem 30. März nun wieder errichtet. Als Grund für die ungewöhnliche Zeit gilt die hohe Verkehrsbelastung des Leninprospektes: die Aufstellung tagsüber hätte ein Chaos verursacht. Offiziell enthüllt werden soll das Denkmal am 22. April, Lenins Geburtstag.
(tp/.rufo)
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