Freitag, 03.05.2013

Kaliningrad: Lasch-Bunker eröffnet nach Renovierung

Der Lasch-Bunker wurde nach einer umfassenden Renovierung wieder eröffnet.
Kaliningrad. Die „Festung Königsberg“ wurde von hier aus befehligt und sinnlos „bis zum letzten Mann“ gehalten: Der Lasch-Bunker, einst Kommandozentrale und inzwischen Museum, wurde nach der Renovierung wiedereröffnet.
Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein: Ein altes Telefon mit Wählscheibe und ein kastenförmiger Armeefernsprecher, eine Kerosinlampe und eine schwarze Schreibmaschine stehen auf dem Eichenholztisch, daneben liegen wild verstreut Papiere; Lageberichte, Frontmeldungen und Befehle. An der Wand, schon etwas vergilbt, sind zwei Landkarten angepinnt, selbst der graue Wehrmachtsmantel hängt noch am Haken.

Im Originalzustand belassen


Alles ist so belassen, wie es am 9. April 1945 war, als der deutsche Befehlshaber von Königsberg General Otto Lasch am Abend die Kapitulation unterzeichnete. Zu der Zeit hatten sowjetische Soldaten bereits den über dem Bunker liegenden Paradeplatz (heute Universitätsplatz) unter Kontrolle genommen.

Seit vielen Jahren schon ist der Lasch-Bunker eins der beliebtesten Museen in Kaliningrad. Auf dem 30 Meter langen unterirdischen Gang mit 21 nach links und rechts abgehenden Bunkerräumen laufen jährlich über 20.000 Besucher herum. Genauer gesagt, sie liefen bis zur Renovierung darin herum. Zuletzt musste der Bunker wegen Renovierung geschlossen werden.

Eine Viertelmillion Euro für die Renovierung


Zehn Millionen Rubel (250.000 Euro) hat die Gebietsverwaltung in die Wiederherstellung des Bunkers gesteckt. Leitungen wurden neu verlegt, die Bunker gegen eindringendes Wasser abgedichtet, die Räume auf Vordermann gebracht. Dabei wurden auch einige historische Ungenauigkeiten beseitigt. Der in 60er Jahren gegen Fliesen ausgetauschte Betonboden wurde nun wieder neu gegossen.

„Die im Museum befindlichen Dioramen, die den Sturm Königsbergs in verschiedenen Ansichten zeigen, wirken jetzt noch realistischer – sie wurden mit moderner Beleuchtung und speziellen entspiegelten Scheiben ausgestattet“, verweist die Vertreterin des Kaliningrader Geschichte- und Kunstmuseums Maria Teplyschewa auf eine weitere Verbesserung. Daneben sei auch die Ausstellung erneuert und um einige seltene Archivstücke bereichert worden, fügte sie hinzu.

Der Bunker wurde damit rechtzeitig vor den Feierlichkeiten zum 9. Mai, in Russland als „Tag des Sieges“ nationaler Feiertag, fertig. Viele Kaliningrader dürften sich die Möglichkeit nicht entgehen lassen, einen Blick auf die Geschichte ihrer Stadt zu werfen.