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| Die Kreuzapotheke Kaliningrad hat 100 Jahre, vier Staaten und zwei Kriege überlebt. (Foto: Mischke/.rufo) | |
Freitag, 29.07.2005
Kaliningrad: Kreuz-Apotheke bald Shopping-Center?
Kaliningrad. Seit Jahren ist die Kreuz-Apotheke, eines der wenigen alten deutschen Häuser im Stadtzentrum, dem Verfall preisgegeben. Eine russische Baufirma will dort jetzt ein Shopping-Center errichten.
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Eine Ruine, auf der noch die deutsche Aufschrift „Kreuz-Apotheke“ zu lesen ist: Für ausländische Besucher ist der verfallene Altbau in der Frunse-Straße wegen seines Symbolgehaltes ein beliebtes Foto-Motiv. Die wenigen erhalten gebliebenen Fassaden-Elemente lassen erahnen, dass das Gebäude einst ein repräsentatives Bauwerk war.
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Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Jahrelang wurde über eine künftige Nutzung der verblieben Ruinen-Reste diskutiert. Bis es fast zu spät war.
Zukunft als Königsarkade
Mittlerweile ist die Immobilie in den Besitz der russischen Baufirma „Dom“ übergegangen. Das Unternehmen möchte auf dem Eckgrundstück ein Büro- und Geschäftsgebäude errichten.
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Dabei soll die Fassade der Kreuz-Apotheke erhalten bleiben und in das Ensemble integriert werden. Vermarktet wird das neue Geschäftshaus unter dem Namen „Königs-Arkaden“. Eine Reminiszenz an die Vergangenheit, denn die Frunse-Straße war zu deutscher Zeit die Königstraße.
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Foto Kreuzapotheke-DOM
Damals zierte das Haus, das aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts stammt, noch eine reichgeschmückte Stuckfassade. Den Zweiten Weltkrieg überstand die „Kreuz-Apotheke“ mehr oder weniger unbeschadet.
Nach Kriegsende wurden in dem Haus sowjetische Neuankömmlinge einquartiert. Eine der ersten davon war Larissa Pawlowna, die 1945 im Alter von 13 Jahren mit ihrer Mutter in die „Kreuz-Apotheke“ zog und auch nach ihrer Heirat bis 1987 in dem Haus wohnte.
Erinnerungen einer Hausbewohnerin
Ihre Erinnerungen gibt sie in einem Interview mit der Zeitung „Kaliningradskaja Prawda“ wieder. Noch heute schwärmt sie von den zahlreichen prächtigen Häusern, die in den Jahren nach 1945 noch in diesem Viertel standen.
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Tatsächlich ist auf Fotos aus der Nachkriegszeit die Frunse-Straße noch mit vollständiger Häuserzeile zu sehen. Die meisten Altbauten wurden später gesprengt, die Steine zum Aufbau neuer Häuser verwendet. Die „Kreuz-Apotheke“ war eines der wenigen Gebäude, die diese radikalen Abriss-Zeiten überlebten.
Straßenbahn schuld?
Baufällig wurde die „Kreuz-Apotheke“ erst in den siebziger Jahren. Den überaus raschen Verfall erklärt sich die langjährige Bewohnerin Pawlowna mit den Erschütterungen der vorbeifahrenden Straßenbahnen. Deren Gleisbett war zu Sowjetzeiten um mehrere Meter verlegt worden.
Mitte der Achziger war das Gebäude dann so baufällig, dass es vollständig geräumt wurde. Seitdem ist das Haus dem Verfall Preis gegeben. Doch zumindest die Fassade könnte es nun schaffen, als Teil eines russischen Shopping-Centers weitere hundert Jahre zu überleben.
(jm/.rufo)
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