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| Der Gouverneur des Gebiets Kaliningrad ist am Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland stark interessiert (Foto: Archiv). | |
Dienstag, 13.11.2007
Kaliningrad in Kiel: Wirtschaftsregion auf Werbetour
Kaliningrad/Kiel. Wer wirbt, wird nicht vergessen: Das Kaliningrader Gebiet präsentiert sich heute und morgen im Rahmen einer großen Fachveranstaltung in der Partnerstadt Kiel als zukunftsträchtige Wirtschaftsregion.
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Gouverneur Georgi Boos reist zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einer Promotion-Tour nach Deutschland. Nach Potsdam ist jetzt Kiel an der Reihe, und wieder reist Boos mit großem Gefolge: Zur Delegation der russischen EU-Enklave gehören neben Wirtschaftsminister und Vizegouverneur Felix Lapin und vier weiteren Ministern auch eine Reihe hoher Beamter der Regionalregierung, so die Chefin der Abteilung für Internationale Angelegenheiten, Silvia Gurowa.
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Russische Kultur in Schleswig-Holstein Die Präsentation steht unter dem Motto „Wirtschaft und Kultur des Kaliningrader Gebietes in Schleswig-Holstein". Nach der feierlichen Eröffnung heute Abend im Kieler Schloss unter anderem mit einem Festkonzert des Kaliningrader Symphonieorchesters und der Eröffnung einer Bernsteinausstellung geht es am Mittwoch handfest um Ökonomisches:
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Gouverneur Boos und sein Wirtschaftsminister Felix Lapin werden in zwei Vorträgen die Investitionsmöglichkeiten im Kaliningrader Gebiet und die Sonderwirtschaftszone mit ihren Voraussetzungen und Vergünstigungen vorstellen. Themen, die von deutschen Unternehmern und Geschäftsleuten mit Spannung erwartet werden dürften – die Ostsee-Exklave zählt derzeit zu den russischen Regionen mit dem stärksten Wirtschaftswachstum.
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Großes Interesse auf deutscher Seite Dass dennoch nicht alles nach Wunsch ausländischer Investoren läuft im Kaliningrader Gebiet, dürfte im dritten Fachvortrag des Kieler Wirtschaftsforums anklingen. Offiziell referiert Stephan Stein, Chef der Kaliningrader Filiale der Delegation der deutschen Wirtschaft in Russland, zwar über „Unternehmersiche Aktivitäten im Kaliningrader Gebiet – Voraussetzungen und Chancen".
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Doch als ausgewiesener und langjähriger Kenner Russlands im allgemeinen und der Investitionsbedingungen im „Sonderwirtschaftsparadies" Kaliningrad im Speziellen wird er um Probleme nicht herum reden, die deutsche Investoren dort zweifelsohne haben.
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| Stephan Stein wird auch Probleme der Wirtschaftszusammenarbeit ansprechen (Foto: Plath/rufo). | |
Das Interesse der westlichsten Region Russlands an einem Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland ist groß, und es wächst auch in umgekehrte Richtung. Das zeigt ein Blick auf die deutsche Teilnehmerliste des Wirtschaftsforums.
Wenn es morgen vormittag vom Kieler IHK-Präsidenten Hans-Heinrich Driftmann eröffnet wird, werden unter anderem Dietrich Austermann, Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr der Kieler Landesregierung, und Guido Herz, Generalkonsul der Bundesrepublik in Kaliningrad, unter den Zuhörern und Gastrednern sein. Im Rahmen der Veranstaltung ist zudem ein Treffen von Gouverneur Boos mit Martin Kayenburg geplant, dem Präsidenten des Landtags Schleswig-Holstein.
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Seit 2001 durch Memorandum verbunden „Das Kaliningrader Gebiet ist zu einer vorwärts strebenden Region geworden, die auch durch ein föderales Investionsprogramm ihr Bild als benachteiligte Region Russlands ablegen konnte und nun zu den Gebieten mit lang anhaltendem Wirtschaftsaufschwung gezählt wird", sagt Uwe Döring, Minister für Justiz, Arbeit und Europa der Landesregierung Schleswig-Holstein.
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Das Europaministerium ist offizieller Partner der Kaliningrad-Präsentation – aus gutem Grund: Seit 2001 verbindet das „Memorandum über die regionale Zusamenarbeit" die Landesregierung in Kiel mit der Kaliningrader Gebietsverwaltung. Russlands „ausgelagerte" Insel-Provinz und das norddeutsche Bundesland waren schon Partner, als die offizielle bundesdeutsche Außenpolitik es noch peinlich vermied, das einstige Nordostpreußen als Region mit besonderer geopolitischer Lage auch nur wahrzunehmen.
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Fremd ist das Thema Kaliningrad daher an der Kieler Förde längst nicht mehr - so richtig vertraut freilich auch noch nicht. Die jahrzehntelange Abschottung des Ostens wirkt nach, für das ehemalige Militärsperrgebiet Kaliningrad gilt das im Besonderen. Minister Döring hofft daher, dass „uns die Veranstaltungen der Präsentation Gelegenheit geben, unsere Partnerregion noch besser kennenzulernen."
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Eisernes Visa-Regime Einst war es der Eiserne Vorhang, der Deutsche und Russen voneinander trennte, heute erschweren umständliche Visaregelungen den Ausbau von Kontakten und Wirtschaftsbeziehungen. Das Thema dürfte auch heute und morgen in Kiel eine Rolle spielen, denn die anachrosnistische Visapflicht bremst nicht nur aus deutscher Sicht: Noch wenige Wochen, dann ist das Kaliningrader Gebiet von Schengen-Europa umschlossen, mit entsprechend restriktivem Regime.
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Vielleicht kann ja Generalkonsul Guido Herz mit Neuigkeiten zum allseits ungeliebten Visa-Thema aufwarten. Der deutsche Chefdiplomat im alten Königsberg wirbt bei jeder sich bietenden Gelegenheit für Kaliningrad als Modellregion für den Ausbau europäisch-russischer Beziehungen, weil er – nicht zuletzt im Sog des Wirtschaftswachstums – hier große Chancen sieht, auch und gerade für das Engagement deutscher Unternehmer.
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Zur Frage der Visa hat Guido Herz zumindest privat eine klare Meinung: Ginge es nach ihm, könnte man die Visapflicht besser heute als morgen abschaffen.
(Thoralf Plath/tp/.rufo)
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