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| Viele Höfe verwandelten sich in Wasserlandschaften (Foto: Kaliningrad.ru). | |
Mittwoch, 30.05.2007
Kaliningrad: Gewitterfront flutet hunderte Keller
Kaliningrad. Land unter in Kaliningrad: Zwei von sintflutartigen Regenfällen begleitete Gewitterfronten haben in dieser Woche vor allem die Gebietshauptstadt und die Küstenregion im Wetterchaos versinken lassen.
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Die erste Unwetterfront walzte am Montagabend mit schweren Sturmböen und Regenmassen von stellenweise mehr als 100 Liter pro Quadratmeter über das Gebiet hinweg. Tagsüber hatte sich feuchtheiße Luft auf über 30 Grad Celsius aufgeheizt, das geradezu tropische Klima, gewaltige Wolkentürme am westlichen Horizont und Wetterwarnungen aus Polen deuteten auf eine kräftige Entladung hin.
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Doch dass es so arg kommen würde, ahnte kaum jemand. Als sich das Gewitter nach etwa zwei Stunden ausgetobt hatte, standen in Kaliningrad und Umgebung mehrere hundert Keller unter Wasser. Das veraltete Kanalnetz der Gebietshauptstadt war nach dem einsetzenden heftigen Regen binnen weniger Minuten überfüllt, so dass das Wasser in tiefer gelegenen Stadtteilen meterhoch aus den Gullydeckeln schoß und sich ganze Viertel in eine einzige Flusslandschaft verwandelten.
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Die Feuerwehr rückte zwar mit Mann und Maus aus, um das Wasser aus gefluteten Häusern abzupumpen – doch angesichts des verstopften Kanalisation blieb dies in etlichen Fällen ein ziemlich hilfloses Unterfangen.
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83 Trafostationen ausgefallen
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| Stra?en knietief unter Wasser: nach dem Unwetter in Kaliningrad (Foto: Kaliningrad.ru). |
Zahlreiche Stadtbezirke und Landrayons waren nach dem Unwetter mehrere Stunden komplett ohne Strom, weil während des Gewitters durch Blitzeinschläge nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde 83 Trafostationen ausfielen und ein ganzes Netz von 146 Stromleitungen ausfiel. Besonders betroffen waren die Kreise Bagrationowsk (Preußisch Eylau), Gurjewsk (Neuhausen) und Selenogradsk (Cranz) sowie die Halbinsel Samland.
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Am Mittwoch traf eine weitere Gewitterwalze das Gebiet - nach Angaben des Meteorologischen Amtes mit noch stärkeren Regfenfällen. In Kaliningrad goß es zwei Stunden lang aus blauschwarzen Wolken buchstäblich wie aus Kübeln.
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Unter den überfluteten Häusern waren diesmal auch mehrere öffentliche Gebäude, so das Gebietsarchiv und eine Großbäckerei. In vielen Straßen stand das Wasser knietief, geparkte Autos liefen voll.
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Schwachstelle Kanalisation
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Die Höhe der Sachschäden ist derzeit noch nicht bezifferbar. Wieder einmal zeigte sich, dass der große Bauboom, mit dem sich Kaliningrad derzeit gern rühmt, eine dunkle Seite hat: die Kanalisation. Sie ist zu großen Teilen schrottreif und mittlerweile so etwas wie die infrastrukturelle Archillesferse der Halbmillionenstadt.
Schon ein mittlerer heftiger Regenguss führt zu überschwemmten Straßen, weil das marode Rohrleitungsnetz mit den Wassermassen immer schlechter fertig wird und immer neue Häuser an die großenteils noch aus Vorkriegszeiten stammende Kanalisation angeschlossen werden.
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Für die nächsten Tage sagen die Meteorologen weitere Gewitterfronten mit Starkregen voraus. Der Klimawandel lässt offenbar grüßen.
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Das Unwetter vom Dienstag war von den stärksten Regenmengen begleitet, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Kaliningrader Gebiet für einen Tag im Monat Mai gemessen wurden. Das gab der Meteorologische Dienst gestern in Kaliningrad bekannt.
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Die gemessenen 63 Millimeter Niederschlag für 24 Stunden lagen deutlich über dem Wert des bisherigen Rekord-Regens vom 27. Mai 1948 (48 mm). Die ausgiebigste Regenmenge überhaupt nennt die regionale Wetterstatistik für die Zeit zwischen dem 9. und dem 12. August 2005. In diesen vier Tagen stieg die Wassersäule im Messzylinder auf fast 280 Millimeter. (tp/.rufo)
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