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Montag, 15.11.2004
Kaliningrad: Flugverkehr light
Kaliningrad. Die Pisten des Kaliningrader Flughafens Chrabrowo sind in so schlechtem Zustand, dass nur noch Flugzeuge mit einem Maximalgewicht von 70 Tonnen eine Landeerlaubnis erhalten sollen. Damit scheint der Flugverkehr in die Exklave ernsthaft gefährdet, denn Aeroflot setzte auf der Strecke nach Kaliningrad bisher Maschinen ein, die schwerer als die erlaubten 70 Tonnen sind.
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Wie der Flughafenbetreiber „KaliningradAvia“ mitteilte, soll die neue Verordnung bereits am 21. November in Kraft treten. Wie lange das Verbot gelten wird, ist noch unklar. Immerhin hat die Unternehmensleitung die Erneuerung der Start- und Landebahnen bereits angekündigt, doch bis dahin sollen in Chrabrowo nur „leichte“ Flugzeuge landen dürfen.
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Für die russische Fluggesellschaft Aeroflot hätte dies weitreichende Folgen. Denn die Airline setzt auf der Strecke nach Kaliningrad Flugzeuge des Typs „Tupolew 154“ (TU-154) ein. Diese wiegen 100 Tonnen und dürften demnach ab dem 21. November nicht mehr in Kaliningrad landen. „Stellt Aeroflot den Flugverkehr nach Kaliningrad jetzt ein?“ fragten sich die Kaliningrader Lokalzeitungen deshalb schon. Aeroflot selbst hat Zweifel an der Begründung für das Landeverbot angemeldet.
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Technische Gründe oder Konkurrenzkampf?
Es ist zwar unbestritten, dass sich der Flughafen in einem schlechtem Zustand befindet, aber es gibt auch das Gerücht, demnach das Landeverbot auf wirtschaftlichen Interessen des Flughafenbetreibers „Kaliningradavia“ beruht. Denn „Kaliningradavia“ ist nicht nur Flughafenbetreiber, sondern auch Inhaber einiger Flugzeuge, mit denen die Strecke Kaliningrad-Moskau bedient wird.
Auf dieser Strecke fliegt auch Aeroflot, die seit dem Beitritt Litauens zur EU die sogenannten „Sozial-Flüge\" anbietet, die erheblich billiger als die Tickets von „Kaliningradavia“ sind. Mit dem Verbot der schweren Tupolews erhofft sich „Kaliningradavia“ demnach die Ausschaltung einer übermächtigen Konkurrenz - denn „Kaliningradavia“ selbst fliegt nur die leichteren „Tupolews 134“ (TU-134), die nach der eigenen Verordnung auch weiterhin in Kaliningrad landen dürften.
Aeroflot gibt sich unbeeindruckt
Kokurrent Aeroflot gibt sich indes nicht so einfach geschlagen: Die Airline kündigte bereits an, auf der Strecke Kaliningrad-Moskau ebenfalls die leichteren „TU-134“ einzusetzen. Um das gleiche Platzangebot zu sichern, will Aeroflot die Exklave in Zukunft sogar noch öfter als bisher ansteuern. Die Ticketpreise sollen - wohl mit Seitenblick auf „Kaliningradavia“ - auf jeden Fall so niedrig wie bisher bleiben.
(jm/.rufo)
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