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| Deutsch-Russische Fussballfans in Partystimmung (Foto: Plath/.rufo) | |
Sonntag, 11.10.2009
Kaliningrad feiert ein "Fußballfest der Freundschaft"
Kaliningrad. Getippt hatten die meisten auf ein Unentschieden, und ein bisschen ist es dann auch so gekommen am Sonnabend während der russisch-deutschen Fußballparty im Deutsch Russischen Haus. Wie auch immer: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
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So etwas hat das Deutsch Russische Haus am östlichen Kaliningrader Stadtrand in seiner 15jährigen Geschichte wohl auch nicht nicht erlebt. Gemeinhin geht es eher besinnlich zu im Saal des Hauses zwischen Kunstausstellungen und Kultur, doch diesmal wirkte der Konzertflügel auf der Bühne reichlich deplaciert.
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Stattdessen: Freibier, Fahnen, Fußballbarty. Gut 250 Fans waren gekommen am Sonnabend zum Public Viewing des russisch-deutschen Fußballkrachers in der laufenden WM-Qualifikation. Der Saal: rappelvoll. Die Lautstärke: dem dB-Pegel in einer Schalke-04-Fankneipe durchaus zur Ehre gereichend. Das Spiel: per Großleinwand aus Moskauer Stadion „Luschniki“ live übertragen. Das Publikum: je zur Hälfte aus Anhängern der deutschen Nationalelf und der „Sbornaja“ bestehend...
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Schwarzrotgold gegen Weißblaurot Letzteres sorgte denn auch dafür, dass ausnahmslos jeder Angriff, jeder Freistoß, jede Ecke die Emotionen aufschäumte. Ob ein Fernschuss von Lukas Podolski oder ein Durchbruch des russischen Ballzauberers Andrej Arschawain, egal: „Deutschland! Deutschland!“ gegen „Vperjod Rossija“, Vorwärts Russland, wild wedelndes Schwarzrotgold neben Weißblaurot.
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Viele der russischen Fans hatten sich ihre Trikoloren um die Schultern gehüllt, wie patriotische Mäntel im nationalen Fußballzauber. Alle Blicke hingen wie gebannt auf der Leinwand.
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| Jubel beim Siegtor (Foto: Plath/.rufo) | |
Nur die der Fotografen und Kameramänner nicht. Die Presseleute hatten die Objektive auf das Publikum gerichtet, auf den befreienden Jubel lauernd, von welcher Seite auch immer... In Spielminute 35 bekamen sie ihre Bilder. Der Fanblock von Ballack & Co. riss die Arme hoch, als Miroslav Klose zum 1:0 einlochte.
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Vorne links in der ersten Reihe vergaß Deutschlands Generalkonsul Aristide Fenster seine dem Amt angemessene Zurückhaltung, jubelte triumphierend. Doch wie ein Diplomat sah Fenster, bekennender und leidenschaftlicher Fußballfan, eh nicht eben aus an diesem Abend im Trikots „seines“ Vereins Eintracht Frankfurt, um den Hals einen Fanschal des Lokalmatadoren und russischen Zweitligisten Baltika Kaliningrad...
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| Generalkonsul Aristide Fenster und DRH-Direktor Viktor Hoffmann in Fan-Kluft. (Foto: Plath/.rufo) | |
“Gewonnen hat der Fußball. Und die Freundschaft.“ Derart deutsch-russisch gemixt war so mancher aufgekreuzt zur Fußballparty im DRH. Auch Baltika-Cheftrainer Leonid Tkatschenko, der den Deutschen am Ende zum Sieg gratulierte: „Es war ein spannendes Spiel. Gewonnen hat der Fußball, und auch wenn es etwas abgedroschen klingt, an diesem Abend hier kann man es sagen: Gewonnen hat die Freundschaft.“
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Klar habe er sich ein anderes Ergebnis gewünscht, sagte der Coach, „und wir hätten ein Tor auch verdient, Unsere waren über Strecken klar spielbestimmend. Aber so ist es eben im Fußball. Die deutsche Mannschaft ist sehr stark, sie hat ihr Spiel auf typisch deutsche Art durchgezogen, sehr diszipliniert und effektiv. Und dann so ein Torwart! Unsere Sbornaja hatte vor dem Gegner sichtlich Respekt, vielleicht auch etwas zuviel. Als Trainer würde ich sagen, wir hatten viele gute Möglichkeiten, aber wir haben daraus zu wenig gemacht.“
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Das Spiel zusammen mit seinen deutschen Freunden im DRH zu sehen, sei für ihn ein ganz besonderes Erlebnis gewesen, sagte der Baltika-Trainer. „Ich habe diese Einladung gern angenommen. Seit viele Jahren verbinden mich Freundschaften über den Fußball nach Deutschland, ich war auch bei der WM dabei. Diese Begeisterung dort, das war wirklich unvergesslich.“
Für das WM-Qualifikationsspiel hatte Tkatschenko auf ein Unentschieden getippt – wie übrigens auch Generalkonsul Aristide Fenster, der zusammen mit dem Deutsch Russischen Haus zu dem „Fußballfest der Freundschaft“ eingeladen hatte.
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„Natürlich freue ich mich über den Sieg der Deutschen Nationalelf, aber noch wichtiger war uns, hier mit unseren russischen Freunden zusammen zu feiern. Sport bringt die Menschen zusammen wie sonst kaum etwas, das habe ich ich in meiner Tätigkeit in China in Vorbereitung und während der Olympischen Spiele erlebt und das hat auch dieser Abend hier wieder gezeigt.“
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| Die Frauenfußball-Mannschaften von Kaliningrad und Berlin nach der Siegerehrung vereint und gutgelaunt. (Foto: Plath/.rufo) | |
Frauen retten Russlands Ehre Nicht erst dieser Abend. Schon tags zuvor waren im Baltika-Stadion zwei Frauenfußballteams zum Freundschaftsspiel angetreten: Die (von dem seit vielen Jahren in Kaliningrad tätigen deutschen Unternehmer Stefan Lindemann trainierte) Frauenmannschaft SGB Kaliningrad gegen eine Auswahl aus Berlin. Auch diese Partie endete mit 1:0 – allerdings für Kaliningrad.
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Die Siegermedaillen gab es in der Halbzeitpause der Fußballparty im DRH. So endete der Abend dann doch noch irgendwie mit einem Unentschieden – und einem Versprechen des deutschen Generalkonsuls:
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„Sollte es zu einer weiteren Auflage dieser Begegnung Deutschland – Russland kommen, werden wir das natürlich wieder gemeinsam feiern.“ Na bitte. Wie heißt es doch so schön: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
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