Donnerstag, 02.08.2012

Kaliningrad: City Jazz 2012 mit Al Di Meola

Gitarrengott Al Di Meola kommt mit seiner „New World Sinfonia“ nach Kaliningrad.
Kaliningrad. Jeder Ort hat seinen Klang, jede Zeit ihre Melodie. Kaliningrad klingt in den nächsten drei Tagen nach Inspiration und Phantasie, nach Improvisation und Spontanität – kurz: nach Jazz.
Große Namen darf das Publikum der hochsommerlichen Jazzparty in Kaliningrad inzwischen beinahe erwarten. Die diesjährige Auflage des Kaliningrad City Jazz aber lässt es vom 3. bis 5. August wirklich krachen: Gitarrengott Al Di Meola kommt mit seiner „New World Sinfonia“ nach Kaliningrad.

Dazu das „Wedding&Funeral Orchestra“ des Jugoslawen Goran Bregovic, spätestens seit seinen Filmmusiken legendär und mit einem mitreißenden Balkan-Roma-Musikmix mittlerweile global auf Tournee.

Die britische Funk-Band Shakatak bringt ihren Welthit „Down On The Street“ mit in Russlands Bernsteinprovinz, und Andrej Makarewitsch, bekannt vornehmlich als Frontmann der russischen Rockband „Maschina wremeni“, zieht mit seinem Projekt „Orchester Kreolischer Tango“ ganz andere S(a)eiten auf.

Die Bühne des Sängerfeldes ist Schauplatz des Kaliningrad City Jazz-2012.
Kein Wunder, dass die Headliner-Konzerte des 7. Kaliningrad City Jazz seit Wochen restlos ausverkauft sind. Im Halbrund vor der Bühne des Sängerfeldes, einem Amphitheater im Stadtpark an der Luisenkirche, dürften sich an den Abenden bis zu 5.000 Jazzfans drängen.

Los geht es mit der „König Jazz Band“


Neben den Weltstars wird das Festival aber auch wieder Local Heroes und international vielleicht weniger bekannte, doch keinesfalls weniger Jazz-inspirierte Formationen zusammenbringen.

Der Opener kommt natürlich aus der heimischen Szene: Die König Jazz Band von Stanislaw Makowski schließt mit ihrem Konzert am ersten Abend den Laden sozusagen auf. Gleich anschließend ist „Tape Five“ aus Deutschland dran.

Das Programm:
Freitag, 3. August: Sommertheater Zentralpark Kaliningrad, ab 19 Uhr:
1. König Jazz Band (Kaliningrad)
2. Tape Five (Deutschland)
3. Andrej Makarewitsch
Gilda Rebello und ihre Mannen haben laut Ankündigung einen Cocktail aus „Neo Bossa Nova und Electro Swing“ im Gepäck, das ihnen der pingelige Zoll hoffentlich nicht beschlagnahmt.

Von Jazz-Rock über Funk bis Latino Pop reicht das Repertoire von „Satori InTeam“ aus Israel. Natürlich sind auch die jazzverrückten Nachbarländer mit eigenen Beiträgen beim Kaliningrad City Jazz 2012 vertreten: Jazz Pospolita (Polen) und die junge, verrückte, gerade erst gegründete litauische Band InSearch.

Stars und Newcomer auf einer Bühne


Große Namen und junge, unkonventionelle Projekte aus der lebensbunten Welt des Jazz in einem gemeinsamen Event auf die Bühne zu bringen und ein Musikereignis der Weltklasse nach Kaliningrad zu holen, das war sozusagen die Ur-Idee dieses Festivals.

Und dabei blieb es. Hinter ihr steht als Initiator und Präsident Wladimir Katsman, erfolgreicher Kaliningrader Geschäftsmann und Gründer von Unternehmen wie dem Einzelhandelkonzern „Viktoria“ oder der Pizzaria-Kette „Don Chento“, unter dessen Label das Fest denn auch firmiert, im Untertitel sozusagen.

Gleich die Premiere 2006 startete mit einem Superkonzert. Wer „Manhattan Transfer“ zu sich auf die Bühne holt, lässt die Szene aufhorchen. Mit Headlinern wie Victor Bailey, De Phazz, Incognito, Richard Galliano und Vaya Con Dios machte sich Don Chento Jazz schnell einen Namen.
Das Programm:
Sonnabend, 4. August: Sommertheater Zentralpark Kaliningrad, ab 19 Uhr:
1. Satori InTeam
2. AL DI MEOLA New World Sinfonia (USA)
3. Shakatak (GB)

Klub Wagnoka, ab 23 Uhr jam session

Sonntag, 5. August: Sommertheater Zentralpark Kaliningrad, ab 19 Uhr:
1. InSearch (Litauen)
2. Jazz Pospolita (Polen)
3. Goran Bregovic Wedding
So hatte sich Katsman, selbst großer Jazzfan, das auch vorgestellt: mit dieser Musik der Lebensfreude, der Inspiration ein positives Zeichen zu setzen für Kaliningrad – und das alte Königsberg als Konzert-Stadt einzubinden in andere große Jazz-Events an der Ostsee, von Riga über Klaipeda und Danzig bis Kiel.

Jazz-City Kaliningrad


„Das Festival ist längst so etwas wie ein Kind für mich, ein Teil von mir“, sagt Katsman. „In den vergangenen Jahren hat es sich in meinem Unterbewusstsein fest verwurzelt“. Aus der Party ist längst mehr geworden:

Mittlerweile fördert „Kaliningrad City Jazz“ Nachwuchstalente, in der Schostakowitsch-Musikschule wird alljährlich einen Wettbewerb für junge Jazz-Interpreten ausgerufen.

Über die sieben Jahre ist Kaliningrad City Jazz zu einem Markenzeichen der Stadt avanciert – und zu ihrem ersten eigenproduzierten Musik-Event auf internationalem Niveau.

Viele namhafte Firmen unterstützen das Fest, auch die in Russlands westlichster Region angesiedelten Konsulate Polens, Litauens und Deutschlands. „Für uns ist das ein großer Grund, stolz zu sein“, sagt Producer Andrej Lewtschenko. „Mein Gefühl sagt, dass Kaliningrad ein solches Festival gebraucht hat und braucht.“