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| Bauboom in Kaliningrad: Goldene Zeiten fuer Schwarzbauten? (Foto: Plath/.rufo) | |
Dienstag, 12.12.2006
Kaliningrad: Blütezeit für Schwarzbauten
Kaliningrad. Im Sog des Kaliningrader Baubooms werden offenbar reihenweise Wohn- und Geschäftshäuser ohne oder mit gefälschter Baugenehmigung hochgezogen. Inzwischen wurde die Staatsanwaltschaft aktiv.
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Das Thema Schwarzbauten hat in der Hauptstadt der russischen Ostsee-Exklave solche Dimensionen angenommen, dass der Bevollmächtigte des Präsidenten für die Nordwestregion jetzt zusammen mit der Kaliningrader Gebietsstaatsanwaltschaft eine Untersuchungskommission einsetzte, die den Skandal aufklären und Schuldige ermitteln soll – Schuldige vor allem in den örtlichen und hauptstädtischen Behörden.
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Denn dass ohne amtlichen „Schutz“ mitten in der Kaliningrader City ein kompletter Supermarkt illegal gebaut werden könnte, erscheint äußerst unwahrscheinlich. Gebietsstaatanwalt Alexej Samsonow spricht in einem Zeitungsbericht von aktuell etwa 50 Verdachtsfällen. Unter anderen seien große Einkaufszentren darunter, sagt Alexander Tschaplygin, Leiter der Kommission, gegenüber der Kaliningradskaja Prawda: „Niemand kann da noch beurteilen, wie es um die bautechnische Sicherheit diese Gebäude steht. Das ist gefährlich für die Mitarbeiter und die Besucher dieser Handelszentren.“ Zudem hätten die nichtlegalen Bauten massive Steuerausfälle zur Folge.
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Lange Bearbeitungszeiten
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Es sind allerdings weniger die steuerliche Gründe als das komplizierter Gesetzgebung und hoffnungslos überlastete Behörden, die viele Bauherren in Tricksereien mit dem Baurecht treiben – und der Korruption Tür und Tor öffnen. „Wenn man für ein mittelgroßes Bauprojekt alle Genehmigungen ordnungsgemäß beantragt, kann man zwei Jahre Bearbeitungszeit einplanen“, klagt ein Kaliningrader Bauunternehmer. „Das Bauen selbst dauert nur ein paar Monate. In dem jetzigen Boom sucht da jeder nach Wegen, wie es mit den Genehmigungen etwas schneller geht.“ Es geht natürlich schneller. Doch Abkürzungen haben ihren Preis. Das ist ein offenes Geheimnis, über das niemand öffentlich spricht, will er im Rennen bleiben.
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Denn der Druck ist immens, seit in Kaliningrad an jeder Ecke des Stadtzentrums gebaut wird und das immer größer, höher und vor allem - schneller. Darum gehen viele Investoren das Risiko ein und erkaufen sich ihr Baurecht. In zum Teil skurrilen Konstellationen: So wuchs im vorigen Jahr am Leninprospekt ein neues modernes Geschäftshaus. Beantragt worden war ein Apothekenkiosk.
(tp/.rufo)
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