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Inspiriert sind sie ja mittlerweile, die russischen Stadionplaner. In Kaliningrad geht es jetzt darum, wer das dortige WM-Stadion bauen darf (Foto: Archiv/.rufo)
Inspiriert sind sie ja mittlerweile, die russischen Stadionplaner. In Kaliningrad geht es jetzt darum, wer das dortige WM-Stadion bauen darf (Foto: Archiv/.rufo)
Dienstag, 13.03.2012

Kaliningrad: Architektengerangel um das WM-Stadion

Kaliningrad. Das Finale der Vorrunde naht: Wer wird den Kaliningradern das Stadion zur Fußball-WM 2018 entwerfen dürfen? Ende März soll die Entscheidung fallen.


Drei Architekturbüros haben sich um die Planung der WM-Arena auf der Kaliningrader Oktober-Insel beworben, alle mit einem ordentlichen Namen in der Branche: die britische Populous-Gruppe, das deutsch-polnische Architektenbüro RKW und „Intex“ aus Moskau, zuletzt federführend bei der Sanierung des Bolschoj-Theaters.

Am Montag stellten sie ihre vorläufigen Entwürfe erstmals intern einer Jury in der Gebietsregierung vor, und nach allem, was anschließend nach außen drang, fand das Populous-Projekt wohl am meisten Anklang.

Die Briten planen gleich das gesamte 87 Hektar große Areal rings um das eigentliche Stadion neu zu gestalten, mit modernen Wohnbauten, zwei Parks, einem veränderten Straßenverlauf, verkehrsberuhigten Fußgänger- und Naherholungszonen.

An die eigentliche Fußballarena mit aufschiebbarem Dach schließt sich ein Sportkomplex im Grundriss einer aufblühenden Blume an, freistehend und doch mit dem knapp elf Hektar großen Stadionbereich verbunden. „Unser Entwurf orientiert sich eigentlich vor allem an der Zeit nach der WM“, sagte Architekt Damon Lawelle nach der Präsentation in einer Pressekonferenz.

„Katalysator für die urbane Entwicklung“


Lavelle, Designer von aufsehenerregenden Stadion-Neubauten in Südafrika und im kasachischen Astana, zeichnet für den Populous-Entwurf des Kaliningrader Sportstädtchens verantwortlich. Nur für ein Fußballfest allein mache es wenig Sinn, so etwas zu planen.

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„Derartige Sportanlagen können zum Katalysator werden für die Entwicklung ihres städtischen Umfeldes, der gesamten Region sogar.“ Das neue Olympische Dorf in London und die WM-Stadien in Südafrika seien gelungene Beispiele dafür. „So stellen wir uns das mit unserem Projekt für Kaliningrad auch vor.“

Die Kritik vor Ort an dem Vorschlag von der britischen Insel ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem WM-Projekt dürften einige Milliarden Rubel nach Kaliningrad strömen, und wo viel Geld im Spiel ist, ist auch viel Streit – wie das seit Monaten anhaltende Zuständigkeitsgezänk zwischen Gebietsregierung und Stadtverwaltung zeigt. Längst leuchten die Dollarzeichen in den Augen vieler Protagonisten auf der Business-Bühne der russischen Ostsee-Exklave.

Kaliningrader Architekt kritisiert britischen Entwurf


Gestern meldete sich Alexander Baschin zu Wort, als ehemaliger Chefarchitekt in Kaliningrad bekannt für seine utopischen Hochhausprojekte und derzeit Chef der regionalen Agentur für Architektur und Städtebau. Der Vorschlag von Populous gehöre gewiss zu den aussichtsreichsten, räumte Baschin ein, aber man müsse ihn kritisch bewerten.

„Das Projekt lässt eine ganze Reihe von Planungen und Bauten auf der Oktoberinsel einfach unberücksichtigt, vor allem die neue Hochstraße, die die Verkehrsströme komplett verändert hat.“ Außerdem sehe der Entwurf der Briten vor, viele Häuser aus sowjetischer Zeit auf der Insel abzureißen. „Und das ist derzeit ganz sicher nicht vorgesehen.“

Das WM-Stadionprojekt des Londoner Büros geht in seinen Gestaltungsplänen für die Pregelinsel, zu Königsberger Zeiten Lomse genannt, offensichtlich am weitesten. Das räumt auch Damon Lawelle ein. „Uns geht es um ein attraktives Gesamtkonzept. Kaliningrad wird damit international Beachtung finden und ein Wahrzeichen schaffen nicht nur für Gäste, sondern vor allem für die eigenen Bewohner schaffen“, sagt der Architekt.

Was wird nach der WM aus dem Stadion?


Doch noch ist nichts entschieden. Das Moskauer Architektenbüro Intex schlug in der ersten Vorstellungsrunde nach Medienberichten vor allem eine Verringerung der Zuschauerplätze in der WM-Arena vor. Die Vorgabe von 45.000 sei zu hoch, meinte Intex-Chef Alexej Suprunow. „Was soll eine abgelegene Stadt wie Kaliningrad nach der WM mit einem solchen Stadion?“

Das Intex-Projekt favorisiert daher den Einbau von 15 000 „mobilen“ Plätzen – ähnlich habe man das beim Bau des Stadions in Jaroslawl gelöst, so Suprunow. Außerdem wollen die Moskauer den Sportkomplex und das Stadtzentrum mit einem intelligenten öffentlichen Nahverkehr verbinden. Ihr Vorschlag: eine Mischung zwischen Straßen- und S-Bahn.

Vom Entwurf des dritten Bewerbers, der deutsch-polnischen Büros RKW, wurde nach der Vorpräsentation am Montag in der Gebietsregierung nur einige Details bekannt. So schlägt Architekt Wojtek Grabianowski vor, die Arena im Bernstein-Stil zu gestalten: „Bernstein hat schon immer den Charakter dieser Region geprägt, das sollte sich in der Architektur des WM-Stadions wieder finden, um eine Besonderheit Kaliningrads hervorzuheben.“

Wie Grabianowski sich das genau vorstellt, wird sich bald zeigen – doch dass das Büro eine glückliche Hand für moderne Sportstätten hat, kann man an der neuen PGE-Arena in Danzig sehen.

Stadion soll Gebietshaushalt nicht belasten


Der Vizepremier der Gebietsregierung, Roman Skoroj, hält die drei eingereichten Vorentwürfe inklusive einiger zusätzlich angefügter Alternativen für sehr geeignet, um eine professionell begründete Entscheidung über die attraktivste Variante zu treffen.

„Der Entwurf muss Investoren überzeugen, das es sich lohnt, Geld in den Bau des Stadionkomplexes und die Neubebauung der Insel anzulegen.“ Einer der Bedingungen in der Ausschreibung sei gewesen, dass der Bau und die Betreibung des Stadions den Gebietshaushalt nicht belaste.

Denn finanziell sind die WM-Visionen der Kaliningrader mit ihrem Sportstädtchen „Ostrow“ nach wie vor nicht in trockenen Tüchern.

Moskau hat Ende des Jahres klargestellt, für den Bau des 9 Mrd. Rubel teuren Stadions nur maximal die Hälfte zuzuschießen. Der Rest soll von privaten Investoren kommen.



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