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| Baustelle vor einer Kirche in Kaliningrad (Foto: Mischke/.rufo) | |
Donnerstag, 02.06.2005
Kaliningrad: Arbeitskräftemangel durch Bauboom
Kaliningrad. Durch den anhaltenden Boom im Bausektor sind in Kaliningrad die Arbeitskräfte knapp geworden. Die große Nachfrage wird vor allem durch Gastarbeiter aus anderen GUS-Staaten gedeckt.
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Kurz vor den Jubiläumsfeierlichkeiten gleicht Kaliningrad einer einzigen Großbaustelle. Überall werden Fassaden verputzt, Straßen asphaltiert, Stra0enbahngleise erneuert, Häuserruinen abgetragen und Neubauten in Rekordzeit beendet. Aber auch ohne 750. Stadtgeburtstag erfreut sich der Kaliningrader Bausektor hoher Wachstumsraten: Die Nachfrage nach Wohn- oder Gewerbe-Immobilien ist ungebrochen.
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Russen wollen nicht
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| Auf den Baustellen der Stadt schuften vor allem Usbeken, Ukrainer und Moldawier (Foto: Mischke/.rufo) |
Doch das damit verbundene Jobwunder lässt die Kaliningrader weitgehend kalt. Die körperlich schwere, niedrig qualifizierte Arbeit lockt kaum einen der Einheimischen auf die zahlreichen Baustellen der Stadt - das drohende Arbeitskräftedefizit wird vor allem durch Gastarbeiter aus den anderen GUS-Staaten aufgefangen.
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Die schlechte Wirtschaftslage in den Heimatländern treibt die Arbeitsmigranten in Scharen nach Russland, wo es viel Arbeit gibt und zudem höhere Löhne gezahlt werden. Von Frühling bis Herbst arbeiten die Männer in der Fremde. Im Winter, wenn es auf dem Bau nichts zu tun gibt, fahren sie zu ihren Familien nach Hause.
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Bruchteil des russischen Gehalts
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Bei den Kaliningrader Baufirmen sind die Gastarbeiter wegen ihres Fleißes und ihrer Berufserfahrung gern gesehen. Zudem sind die Ausländer bereit, die schwere Arbeite für rund rund 300 USD (knapp 250 Euro) im Monat zu verrichten. Für dieses Geld lässt sich kaum ein guter einheimischer Bauarbeiter finden.
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„Es kommen vor allem Usbeken, Ukrainer und Moldawier, aber auch Aserbaidschaner, Kasachen sowie Kirgisen - und ihre Zahl wächst“ hat Swetlana Petrowa, Leiterin des Projektes Zuwanderung von „Caritas-West“ in Kaliningrad, beobachtet. Ihr Büro berät Migranten und Gastarbeiter bei wirtschaftlichen, sozialen und bürokratischen Problemen.
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Illegal ist nicht so einfach
„Wenn man keinen russischen Pass hat, ist es eigentlich sehr schwierig, Arbeit zu finden. Die Strafen für die Arbeitgeber sind bei illegaler Beschäftigung sehr hoch. Nur wenige riskieren das im Normalfall“ erklärt Swetlana Petrowa. Trotzdem kann sie sich nicht vorstellen, dass die vielen Gastarbeiter alle legal hier sind. Denn das Genehmigungsverfahren ist sehr langwierig, kompliziert und mit hohen Kosten für den Arbeitgeber verbunden.
Neben zahlreichen anderen Dokumenten müssen diese bei der Migrationsbehörde auch nachweisen, dass der Gastarbeiter keinem Einheimischen die Arbeit wegnimmt. Und sie müssen für den Versicherungsschutz und Unterkunft sorgen. Einer Pflicht, der bei weitem nicht alle Firmen nachkommen.
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Hohe Dunkelziffer
Wieviele ausländische Bauarbeiter zur Zeit in Kaliningrad arbeiten, lässt sich nur schwer feststellen. Mehrere Tausend Arbeitsgenehmigungen werden pro Jahr ausgestellt. Mehr als 3.000 Gastarbeiter sind zur Zeit offiziell bei den Behörden registriert, doch die Dunkelziffer ist weitaus höher.
(jm/.rufo)
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