"Am Ende kommen Touristen" von Arthur Thalheimer ist auch das Ende des Kaliningrader Filmfestivals. (Foto: Kinoplakat)
Sonntag, 29.11.2009
Kaliningrad – 5. Filmmarathon zeigt deutsches Kino
Kaliningrad. Noch bis zum Sonntag läuft in Kaliningrad der „Filmmarathon Herbst 2009“. Das vom Deutschen Generalkonsulat in Kaliningrad und dem Goethe-Institut St. Petersburg unterstützte Kinofestvial feiert in diesem Jahr sogar ein kleines Jubiläum:
Bereits zum fünften Mal werden dem Kaliningrader Publikum in seinem Rahmen junges, zum Teil preisgekrönte Filme aus Deutschland näher gebracht.
Zur Eröffnung am Donnerstagabend im Kino Sarjaam Prospekt Mira, kamen neben viel geladenem Publikum auch Generalkonsul Aristide Fenster und der Chef des Petersburger Goethe-Instituts Friedrich Dahlhaus.
Es gab „Jericho“ (2009) – Christian Petzolds dramenhaft erzählte Dreiecksgeschichte von Thomas (Benno Fürmann), Laura (Nina Hoss) und Ali (Hilmi Sözer), deren Leben in einem Provinzkaff irgendwo im deutschen Nordosten scheinbar zufällig aufeinanderprallen.
Keine leichte Kost – aber sie regte die Diskussion an
Nicht gerade leichte Kost, der Applaus nach der Premiere fiel denn auch eher spärlich aus. Die anschließenden Diskussionen umso lebhafter, und eben das dürfte ganz im Sinn der Festivalmacher gewesen sein.
Der spätherbstliche Filmmarathon, dem Dialog der Kulturen verpflichtet und in diesem Sinne in der Pregelstadt am richtigen Ort, zeigt in seiner fünften Auflage ein sehr breites Spektrum, das vom Historien-Drama bis zur Komödie reicht.
Gezeigt werden bis Sonntag im Sarja unter anderem die Filme „Requiem“ (2006 / Regie: Hans Christian Schmid), „Kebab Connection“ (2005 / Anno Saul) und Detlef Bucks „Hände weg vom Mississippi“ (2007) nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Cornelia Funke.
Ein Höhepunkt des Festivals dürfte „Am Ende kommen Touristen“ (2007) in der Regie von Robert Thalheim sein:
ein Filmdrama über Auschwitz, der die Verbrechen an diesem Ort so ganz anders erzählt – aus der Sicht des 19-jährigen Sven (Alexander Fehling), der in der KZ-Gedenkstätte seinen Zivildienst leistet.
In der Straßenkinder-Betreuungsstätte Jablonka (Apfelbäumchen) bekommen diese Kaliningrader Kinder, was ihnen in ihren sozial zerrütteten Familie versagt blieb: ein warmes Zuhause, Fürsorge, geregelte Mahlzeiten. Mehrere hundert Kinder und Jugendliche leben in Kaliningrad auf der Straße - bei den derzeitigen Temperaturen der blanke Horror. (Topfoto: Plath/.rufo)