Freitag, 28.09.2012

Das alte Königsberg wird Gastgeber der Fußball-WM 2018

Aller Vorausicht nach wird Kaliningrad zum Austragungsort der Fußball-WM 2018. (Foto: TV)
Kaliningrad. Zuletzt schwand selbst großen Optimisten die Hoffnung, doch nun hat es wohl tatsächlich geklappt: Kaliningrad wird voraussichtlich 2018 zu den Austragungsorten der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland gehören.
Die Tribüne im Kaliningrader „Fischdorf“ am Pregelufer steht bereits seit Tagen, nun wird man wohl noch ein paar Plätze anbauen können zum Public Viewing am Samstagabend. Vor dem Hotel Kaiserhof soll die offizielle Ernennung der WM-Städte ab 20 Uhr live aus dem ersten russischen Fernsehkanal übertragen werden, und soviel steht fest: Es wird eine Party.

Denn am Freitagvormittag sickerte durch, welche Städte auf der eigentlich noch streng geheimen Liste der WM-Austragungsorte stehen – und Kaliningrad ist demnach dabei. Die Zitterpartie, ausgelöst durch die nochmalige Reduzierung der Anzahl der Stadien, hat damit ein Ende.

Laut einer Vorabmeldung von „Sowjetski Sport“, die sich auf Angaben von Sportminister Vitali Mutko beruft, werden die Spiele der Fußball-WM 2018 in Moskau (2 Stadien), St. Petersburg, Kaliningrad, Nischnij Nowgorod, Kasan, Samara, Wolgograd, Rostow am Dom, Krasnodar, Sotschi und Jekaterinburg stattfinden. Danach blieben Jaroslawl und Saransk draußen.

Bis es soweit ist, stehen Russlands Ostsee-Exklave fünf spannende Jahre bevor. Denn bis zur WM-Reife Kaliningrads muss noch viel passieren, mit dem geplanten Neubau des Fußballstadions nebst Sportstädtchen auf der Oktoberinsel zwischen den beiden Pregelarmen ist es nicht getan.

Unter anderem muss der komplette öffentliche Nahverkehr erneuert und das Straßennetz saniert werden, die Stadt steht schon jetzt vor dem Verkehrsinfarkt. Auch der Wiederaufbau eines Teils der historischen Altstadt wird jetzt neu diskutiert werden. Kaliningrad wird in den verbleibenden Jahren bis 2018 zur Großbaustelle, soviel scheint sicher.

Auch das Umland hofft davon ein Stück abzubekommen. Allein der Neubau von vier Trainingszentren und Mannschaftsunterkünften ist im Gespräch, davon zwei an der Küste: bei Selenogradsk (Cranz) und Pionersk (Neukuhren).