Donnerstag, 05.12.2013

Aus Königsberger Kreuz-Apotheke soll Hotel werden

Der Schriftzug Kreuz-Apotheke ist bis heute auf der Bauruine zu erkennen (Foto: Mischke/.rufo)
Kaliningrad. Neue Hoffnung für die verfallene Kreuz-Apotheke: Ein neuer Investor will dem historischen Bauwerk eine Zukunft als Hotel sichern. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 soll die alte Apotheke schon Gäste empfangen.
Inmitten von Kaliningrader Neubaublöcken steht sie die „Kreuz-Apotheke“, Jugendstil-Baudenkmal aus Königsberger Zeiten, heruntergekommen zur baufälligen Ruine. Der deutsche Schriftzug auf der Fassade ist zwischen den toten Fenstern noch gut zu lesen, ansonsten erinnert wenig an den einstigen Chic, den das Gebäude ausstrahlte.

Viele Pläne, aber keine Resultate


Ein hoher Bauzaun hält Neugierige fern. Das Herumlaufen in der baufälligen Ruine ist lebensgefährlich. Schon vor zehn Jahren wurde ein Obdachloser von einem herabfallenden Teil der Mauer erschlagen. Inzwischen gab es zwar viele Pläne zur Renovierung, passiert ist aber nichts.

Der vorerst letzte Investor, die Rossban AG, die die Apotheke zu einem Wohn- und Geschäftshaus ausbauen wollte, ist inzwischen pleite. Nun gibt es einen neuen Anlauf. Wie Bürgermeister Alexander Jaroschuk in einem Interview mit dem Regionalsender Kaskad erklärte, gibt es einen neuen Investor.

Alter Vertrag wird aufgelöst


„Derzeit schließen wir gerade alle Prozeduren zur Auflösung des Vertrags mit dem Vorinvestor ab. Und wir haben eine neue solide Organisation, die dort ein Hotel aufbauen wird. Der Fassadenteil wird wieder aufgebaut und der Innenhof – also alles, worauf die Kaliningrader stolz sind“, sagte Jaroschuk.

Den Namen des Investors wollte der Bürgermeister nicht nennen, dafür betonte er, dass sich dessen Ambitionen mit den Plänen der Stadtverwaltung deckten. Dort wird nämlich fieberhaft an einer Erweiterung der Bettenkapazität gearbeitet. Die Fußball-WM 2018 steht vor der Tür, Kaliningrad ist eine der Ausrichterstädte, doch die Anzahl der Hotelzimmer reicht nicht.

Historischer Wiederaufbau des Zentrums


Die Renovierung der Kreuz-Apotheke wäre Teil der geplanten Wiederbelebung des Stadtzentrums. Mit einer internationalen Ausschreibung will Kaliningrad die Neubebauung der historischen Innenstadt unter Berücksichtigung der Geschichte vorantreiben.
Erst vor zwei Wochen hatte der bekannte deutsche Architekt und Stadtplaner Hans Stimmann Kaliningrad deswegen einen Besuch abgestattet. Die Stadtverwaltung will Stimmann für die Jury gewinnen, die über die Ausschreibung für die Rekonstruktion des Zentrums entscheiden soll. Stimmann, der bei seiner Visite u.a. die Kreuz-Apotheke in Augenschein nahm, hat sich allerdings noch nicht entschieden.