Mittwoch, 03.06.2009

Kaliningrad Grenzsperrzonen: Wie man rein und rauskommt

Eigentlich sollen die gesetzlichen Sperrzonen an Russlands Grenzen die illegale Migration und Schmuggel verhindern. Doch in einem vergleichsweise winzigen Gebiet wie der Exklave Kaliningrad behindert die restriktive Regelung vor allem eines: den Tourismus. In einem fünf bis sieben Kilometer breiten Streifen längs der Staatsgrenze darf sich kein Ausländer ohne speziellen Passierschein aufhalten.
Im Kaliningrader Gebiet fallen unter diese Regelung sowohl berühmte Naturlandschaften wie die Rominter Heide und die Wälder der Elchniederung am Kurischen Haff als auch geschichtsträchtige Städte wie Sowjetsk (Tilsit), Bagrationowsk (Preußisch Eylau) oder Krasnosnamensk (Darkehmen).

Dabei gilt: Auch für die Städte mit Grenzübergang benötigt man einen Passierschein, einen Propusk, wenn man von der direkten Zufahrtssstraße zum Übergang abweicht, um zum Beispiel das Stadtzentrum zu besichtigen.

Die Kontrollen sind seit 2008 erheblich verschärft worden


Inzwischen stehen an sämtlichen Straßen in Grenznähe entsprechende blauweiße Warnschilder, die in russisch und englisch auf die beginnende Sperrgebiet hinweisen.

Vielerorts bauen Grenzschutztruppen Straßensperren auf, die jedes Fahrzeug kontrollieren. Touristen sollten daher keinesfalls ohne Passierschein in die Grenzsperrzonen fahren.

Wie kommt man aber nun ran an so einen Propusk?



Möglichkeit eins: direkt bei der Kaliningrader Grenzschutzkommandantur in der uliza Suworowa 6 beantragen. (Tel. +7.4012.452471) Ohne Russisch-Sprachkenntnisse kommt man hier allerdings kaum weiter, zumal der Grenzschutz nicht gerade für seine Kundenfreundlichkeit bekannt ist. Die Bearbeitungszeit wird offiziell mit 10 Tagen angegeben.

Möglichkeit zwei: man wendet sich an eine Kaliningrader Tourismus- oder Reisefirma (z.B. Universal Tur, Anjuta, Swena Tours). Und zwar rechtzeitig, vier Wochen vor Reiseantritt ist aber ausreichend. Die meisten Reisefirmen bieten diese (kostenpflichtige) Dienstleistung an.

Um so einen Passierschein zu beantragen, faxt man der Reisefirma je eine Kopie des Reisepasses und des Visum sowie eine Liste ALLER Orte im Grenzgebiet, die man besuchen will. Das ist wichtig, da es den generellen Propusk, der für die komplette Sperrzone galt, inzwischen nicht mehr gibt.

Nicht mehr gültig ist übrigens auch die Regel, nach der es reichte, wenn der Reiseleiter so einen Passierschein hatte. Inzwischen muss ihn jeder Auisländer persönlich vorweisen.