Freitag, 04.02.2005

Lukoil will Erdölförderung in Kaliningrad erhöhen

Foto: Lukoil-Kaliningradmorneft
4.2.2005, Kaliningrad. „Lukoil-Kaliningradmorneft“, Tochtergesellschaft des russischen Erdölkonzerns „Lukoil“ will im Jahr 2005 im Kaliningrader Gebiet auf dem Festland und Offshore insgesamt 1,15 Millionen Tonnen Erdöl fördern. Vor allem auf der Bohrinsel D-6 beabsichtigt Lukoil die Erträge signifikant zu erhöhen: Bis Ende des Jahres soll dort die jährlich maximal mögliche Föderleistung erreicht werden.
Diese beträgt rund 600.000 - 650.000 Tonnen pro Jahr. Aussagen des Unternehmens zufolge sollte dieses Ziel ursprünglich erst in zwei Jahren erreicht werden.

Seit der Inbetriebnahme der Bohrinsel im Sommer 2004 wurden dort rund 80.000 Tonnen Erdöl gefördert. Das Öl wird über eine etwa 37 Kilometer lange Unterwasserpipeline ans Festland gepumpt und im Ölterminal von Ischewskoe bei Svetlui umgeschlagen.

Lukoil baut Infrastruktur aus

Die nunmehr angekündigte vorzeitige Realisierung der Förderpläne wird unter anderem durch den von Lukoil vorangetriebenen Ausbau der Transportinfrastruktur möglich.

So wurde im Zusammenhang mit dem Beginn der Erdölförderung auf „D-6“ auch der Kaliningrader Seekanal vertieft. Auf einer Länge von 21 Kilometern, von der Stadt Baltijsk bis zum Ölterminal bei Svetlui, wurde der Kanal bis Anfang Dezember 2004 auf achtzig Meter verbreitert und bis zu zehneinhalb Meter tief ausgebaggert.

Bereits in der vergangenen Woche legte dort der erste “Lukoil-Kaliningradmorneft” - Tanker mit einem Fassungsvermögen von rund 20.000 Tonnen an. Bislang konnten an dem Ölterminal aufgrund der geringen Fahrwassertiefe nur Schiffe mit einer Wasserverdrängung von 12.000 Tonnen andocken.

Öl-Region Kaliningrad

Das im Kaliningrader Gebiet geförderte Öl geht bislang vollständig in den Export. Seit längerem werden aber auch Pläne für eine Verarbeitung vor Ort geprüft. Nach Meinung von Stephan Stein von der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Kaliningrad ist der Bau einer Ölraffinerie im Gebiet „durchaus vorstellbar“. Auch nach Einschätzung Alexej Milowanows von der Kaliningrader Umweltorganisation „Ecodefense“ ist geplant, Kaliningrad in eine „Öl-Region“ umzuwandeln.

Umstrittene Ölförderung

„Lukoil-Kaliningradmorneft“ fördert seit Juli 2004 rund 20 Kilometer vor der Küste der Kurischen Nehrung Erdöl. Der Gesamtvorrat der Erdöllagerstätte D-6 wird auf zehn Millionen Tonnen geschätzt.

Umweltgruppen haben immer wieder die Sicherheit der technischen Anlagen angezweifelt und vor den verheerenden Folgen einer Havarie für die sensiblen Ökosysteme der Ostsee und ihrer Küstenlandschaften gewarnt.

(jm/.rufo)