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| Der Königsberg-Express kommt wieder in Kaliningrad an (Foto: Plath/.rufo) | |
Freitag, 11.06.2010
Zugverbindung Kaliningrad – Berlin gibt es wieder
Kaliningrad. Es gibt ihn wieder, den Kurswagen zwischen Kaliningrad und Berlin. Im neuen Sommerfahrplan der Bahn ist die Reiseverbindung nach der Unterbrechung im Winter wieder aufgeführt. Es ist aber eine lange Fahrt.
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600 Kilometer ist Kaliningrad von Berlin entfernt – zur eigenen Hauptstadt Moskau ist es mehr als doppelt so weit. Kein Wunder, dass sich die russische Ostsee-Exklave in den letzten Jahren verstärkt nach Europa orientiert hat. Und das auch touristisch und verkehrsmäßig.
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Wegfall der Flug- und Zugverbindungen Doch das letzte Jahr brachte einen heftigen Rückschlag für die Euro-Integration der Kaliningrader. Die Fluggesellschaft KD Avia, die u.a. mehrere Ziele in Deutschland ansteuerte, ging pleite. Wer zuvor schnell in Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf oder München in eine Boeing gestiegen war, um an der Kurischen Nehrung Urlaub zu machen oder im ehemaligen Königsberg Geschäfte aufzubauen, saß nun auf dem Trockenen.
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Dann wurde auch noch die tägliche Zugverbindung zwischen Kaliningrad und Berlin gestrichen. Der Königsberg-Express stand auf dem Abstellgleis, da die Polen den Nachtzug Berlin – Warschau strichen.
Ab 30. Mai verkehrt der Königsberg-Express wieder Nun gibt es eine neue Verbindung zwischen Kaliningrad und Gdynia in Polen. Ein Waggon dieses Zuges wird dann an den Nachtzug nach Berlin gehängt. Ohne Umsteigen schafft man es in 15 Stunden von Kaliningrad in die deutsche Hauptstadt.
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Die Verbindung ist sogar relativ bequem in einem Schlafwagen, der 30 Personen Platz bietet. Einsteigen muss der Fahrgast um 18:23 Moskauer Zeit (in Russland werden alle Abfahrts- und Ankunftszeiten in Moskauer Zeit angegeben, die ist der Kaliningrader Zeit eine Stunde voraus). Die Ankunft ist dann am nächsten Morgen um 07:33 Mitteleuropäischer Zeit auf dem Berliner Hauptbahnhof.
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Umständlicher von Berlin nach Kaliningrad In die Gegenrichtung ist es allerdings umständlicher: Der Zug fährt um 21:19 in Berlin los und erst am Nachmittag des folgenden Tages (16:35 Uhr) in Kaliningrad. Der Waggon wird nach Angaben von RZD-Pressesprecher Dmitri Perzew gegenüber Russland-Aktuell ebenfalls im polnischen Gdynia umgekoppelt, ohne dass die Passagiere den Zug wechseln müssen.
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Im elektronischen Ticketverkauf sind merkwürdigerweise aber nur die Fahrten von Kaliningrad nach Berlin ausgewiesen. Die Fahrt in die umgekehrte Richtung wird wohl nur am Schalter angeboten.
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Den Königsberg-Express gibt es (wieder) regelmäßig seit 1993 und dann nach vierjähriger Unterbrechung seit 2003. Nach Angaben russischer Medien haben in der Zeit 10.000 bis 11.000 Passagiere pro Jahr den Zug genutzt. Die neue Verbindung gilt zumindest bis zum Ende des Sommerfahrplans am 3. Oktober. Ob es eine Anschlusslösung gibt, ist noch nicht bekannt.
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