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| Die einzigartige Vogelstation auf der Kurischen Nehrung ist vom Baufieber bedroht. (Foto: Fotonatur NABU) | |
Donnerstag, 30.07.2009
Vogelwarte Rybatschi: droht der Forschung das Ende?
Kaliningrad. Seit über hundert Jahren erforschen Ornithologen in Rybatschi auf der Kurischen Nehrung das Flugverhalten der Zugvögel. Doch ein gigantisches Bauprojekt droht das ökologische Gleichgewicht zu zerstören.
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Gegenüber der alten Backsteinkirche von 1873 im ehemaligen Rossitten befindet sich die ornithologische Forschungsstation Rybatschi. Riesige Mückenschwärme fliegen über die Köpfe der Besucher hinweg. „Die Vögel freuen sich über so viel Futter“, betont die Biologin Nadjeschda Selenowa.
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Forschungseinrichtung für Ornithologen seit 1901
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Zwei Schilder neben dem Eingang erinnern an die Geschichte der Vogelwarte: „1901. Vogelwarte Rossitten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft“ steht für die Gründung, jene in russischer Sprache: „1956. Biostation Rybatschi. UdSSR“ für die spätere Wiederaufnahme der Forschungsarbeiten.
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Heute ist die Vogelwarte eine Außenstelle des Zoologischen Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg.
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Die Vögel werden in riesigen Netztrichtern gefangen
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Johannes Thienemann, der deutsche Begründer der damals weltweit ersten Vogelwarte, hatte entdeckt, dass die Kurische Nehrung ein idealer Standpunkt ist, um das Flugverhalten von Zugvögeln zu studieren. Bis zu 300.000 Vögel kommen dort täglich zur Zeit des Vogelzugs vorbei.
Nadjeschda Selenowa ist stolz darauf, Thienemanns Erbe an die nächsten Generationen weiterzugeben. Auch heute noch werden die Tiere in weit gespannten Netztrichtern gefangen und anschließend beringt.
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Die Wissenschaftler notieren zu jedem Vogel Gewicht, Alter, Länge der Flügel, Beschaffenheit des Gefieders und den Zeitpunkt der Beringung. Geht er Monate oder Jahre später erneut in ein Netz, wird er wieder vermessen. Aus dem Vergleich der Werte wird das Zugverhalten ermittelt.
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Aus für die Vogelwarte nach Bebauung der Kurischen Nehrung?
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Ein Teil der Forschungs- ergebnisse zeigt eine Daueraus- stellung. Bleibt zu hoffen, dass die Vogelkundler auch in Zukunft am Standort Rybatschi arbeiten können, denn das geplante Bauprojekt zur touristischen Erschließung von 300 Hektar Land würde das ökologische Gleichgewicht (Russland-Aktuell berichtete) bedrohen.
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