Mittwoch, 22.05.2013

Umfragetief: Kommunisten in Kaliningrad vor Kremlpartei

Gouverneur Nikolai Zukanow kämpft mit sinkenden Umfragewerten (Foto: Archiv/.rufo)
Kaliningrad. Die Kremlpartei verliert im Gebiet Kaliningrad an Zustimmung. Einiges Russland ist in den Umfragen hinter die Kommunisten zurückgefallen. Da helfen auch die stabilen Umfragewerte für Putin nichts.
Kaliningrad ist keine Hochburg für Einiges Russland. Doch vor einigen Jahren hatte die politische Hausmacht von Wladimir Putin auch in Kaliningrad noch eine komfortable Mehrheit im Parlament. Über 60 Prozent stimmten noch 2007 für Einiges Russland. Seither verliert die Partei bei den Wählern immer stärker an Punkten.

2011 kassierte Einiges Russland in Kaliningrad eins der schlechtesten Ergebnisse landesweit. Mit gut 37 Prozent lag das Resultat deutlich unter dem Durchschnitt (49 Prozent). Und selbst diese Marge wurde von der Opposition angezweifelt. Auch in Kaliningrad kam es im Wahlwinter zu Protesten wegen mutmaßlicher Fälschungen.

Etwas über 20 Prozent für Einiges Russland


Doch das Ergebnis von 2011 würde die Kremlpartei heute wohl mehr als zufrieden stellen. Laut den jüngsten Umfragen, erstellt vom „Kaliningrader Soziologischen Dienst“, würden derzeit nur noch 22,3 Prozent der Kaliningrader für die Partei stimmen. Damit ist Einiges Russland in der Sonntagsfrage hinter die Kommunisten zurückgefallen, deren Wähleranteil bei 27,8 Prozent (2011 waren es 25,5 Prozent) liegt. Ebenfalls im Parlament wären demnach die nationalistische LDPR (12,3 Prozent) und Prochorows liberale „Bürgerplattform“ (7,5 Prozent).

Die Probleme beim Einigen Russland in Kaliningrad sind hausgemacht. Das Rating von Präsident Wladimir Putin bleibt mit 52 Prozent auch in der russischen Ostsee-Exklave stabil.

Gouverneur und Bürgermeister verlieren Rückhalt


Als wichtigstes Problem benennen die Kaliningrader die Sicherheitslage und die Wasserqualität. Sowohl Gouverneur Nikolai Zukanow, als auch Kaliningrads Bürgermeister Alexander Jaroschuk verlieren bei den Kaliningradern gegenüber der letzten Umfrage an Zustimmung. Zukanows Rating sinkt um 3,4 Prozent auf 39,2 Prozent, Jaroschuks um vier Prozent auf 41,2 Prozent.

Derzeit müssen sich beide Politiker allerdings noch keine akuten Sorgen um ihre Zukunft machen. Jaroschuk wurde erst im Herbst im Amt bestätigt. Zukanow wurde zwar schon im Herbst 2010 von Putin eingesetzt – er löste damals den in der Region unbeliebten Georgi Boos ab – doch bis 2015 könnte er theoretisch noch im Amt bleiben, ehe er sich Wahlen stellen müsste.

Es sei denn, der Kreml entlässt Zukanow vorher und ersetzt ihn durch einen anderen Kandidaten, dem er mehr Chancen auf einen Sieg einräumt. Solche Manöver hat es zuletzt mehrfach auf lokaler und regionaler Ebene gegeben. Auch über eine Ablösung Zukanows wird immer wieder spekuliert.