Freitag, 05.07.2013

Polen verschärft die Visaregeln für Kaliningrader

Das Reisen nach Polen wird für die Kaliningrader ein bisschen komplizierter (Foto: TV)
Kaliningrad. Reisen ins nahe Ausland wird schwerer für die Bewohner Kaliningrads. Seit dem 1. Juli müssen Reisende für ein polnisches Mehrfachvisum bezahlte Hotelrechnungen von früheren Besuchen vorlegen.
Zwischen Kaliningrad und der polnischen Anrainerregion wird seit dem August 2012 der so genannte „kleine Grenzverkehr“ praktiziert, der es den Kaliningradern erlaubt, ohne Visa nach Masuren oder Danzig zu fahren (umgekehrt dürfen die Polen aus dem etwa 50 Kilometer breiten Grenzstreifen auch nach Kaliningrad einreisen). Wollen die Bewohner Kaliningrads allerdings weiterreisen, ist nach wie vor ein polnisches Visum nötig.

Zahlungsnachweis erforderlich


Die Bedingungen für den Erhalt eines Jahres- oder Halbjahresvisums haben die polnischen Behörden nun verschärft: So müssen die Kaliningrader nun bezahlte Rechnungen von früheren Reisen im Visazentrum vorlegen. Aus dem Dokument muss hervorgehen, dass die Russen in den vergangenen zwei Jahren mindestens für sechs Übernachtungen im Nachbarland bezahlt haben.

Der Nachweis gilt als erbracht, wenn eine Hotelrechnung oder der entsprechende Beleg eines Reisebüros vorgelegt wird. Zudem gilt auch ein Überweisungsbeleg der eigenen Bank als Nachweis.

Hotel-Vorauszahlung für Visum nötig


Gleichzeitig müssen die Russen auch für die nächste Reise einen gesicherten Aufenthalt nachweisen. Vorreserviert und zu mindestens 50 Prozent vorbezahlt werden muss eine dreitägige Unterkunft in Polen.

Den Hintergrund der neuen Visaregelungen erklären die polnischen Behörden nicht. Über eine Häufung unbezahlter Hotelrechnungen ist ebenfalls nichts bekannt. Nach Ansicht der polnischen Regierung sind die Forderungen äußerst liberal. Kaliningrader, die ihre Rechnungen nicht aufgehoben haben, sehen das wohl etwas anders.