Freitag, 09.10.2015

Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber

Ab Sommer 2016 soll sich in Kaliningrad das Roulette drehen (Foto: Poljakow/.rufo)
Kaliningrad. Nichts geht mehr – zumindest derzeit: Die Rubelkrise schlägt sich auch auf die geplante Eröffnung einer Glücksspielzone in Kaliningrad durch. Das Projekt muss wegen Finanzschwierigkeiten verschoben werden.
Vor neun Jahren hat Präsident Wladimir Putin die Glücksspielreform eingeleitet: Die in Russland allgegenwärtigen Spielhöllen wollte der Kremlchef in die Wüste schicken. Ähnlich wie Las Vegas sollten die Zocker in Russland an abgelegene Orte verbannt werden. Vier glückliche Gewinner wurden zu Glücksspielzonen gekürt: Das sibirische Altaigebiet, die Fernostregion Primorje um den Hafen Wladiwostok, die Schwarzmeerküste nördlich von Sotschi und die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad.

Glücksspielzonen noch im Aufbau


Während in drei der vier Zonen zumindest Anfänge zu erkennen sind und Moskau auf der wiedereroberten Krim eine fünfte Glücksspielzone schaffen will, hinkt Kaliningrad weiter hinterher. Zunächst brauchte die Region lange, um einen geeigneten Standort für die „Jantarnaja“ (Bernstein) genannte Glückspielzone zu auszuwählen.

Inzwischen wurde mit Kulikowo, dem ehemaligen Strobjehnen, auf halber Strecke zwischen den Ostseebädern Selenogradsk (Cranz) und Swetlogorsk (Rauschen) eine Spielstätte gefunden. Auch ein Investor, die in Tatarstan ansässige Royal Time Group, hat sich eingestellt und mit dem Bau begonnen. Bis Jahresende sollten Vergnügungszentrum und Hotel in Kulikowo aufgebaut sein.

Eröffnung im Sommer 2016


Doch die Eröffnung muss verschoben werden: „Der steigende Euro- und Dollarkurs gegenüber dem Rubel erhöht die Kosten des Objekts, weil die meisten Materialien für Ausbauarbeiten und die Anlagen aus dem Ausland stammen“, erklärte die Sprecherin der Gruppe Olga Chalitowa. Ihren Angaben nach wird die Anlage nun erst im Sommer 2016 für Besucher freigegeben.

Die Ausgaben für die Schaffung eines Kurorts mit integrierter Casino-Industrie werden in der ersten Etappe auf sechs Milliarden Rubel (rund 86 Millionen Euro) beziffert. Insgesamt sollen bis 2029 sogar 45 Milliarden Rubel (640 Millionen Euro) aufgewendet werden.