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Paraffin-Klumpen "zieren" den Strand an der Kurischen Nehrung. Vermutlich hat ein Öl-Tanker damit seine Tanks gereinigt. (Foto: Plath/.rufo)
Paraffin-Klumpen "zieren" den Strand an der Kurischen Nehrung. Vermutlich hat ein Öl-Tanker damit seine Tanks gereinigt. (Foto: Plath/.rufo)
Montag, 27.06.2011

Paraffin-Klumpen verschmutzen Strand der Bernsteinküste

Kaliningrad/Selenogradsk. Eine rätselhafte, aus der Ostsee angespülte Masse beunruhigt seit Tagen Bewohner und Touristen in den Kurorten an der Kaliningrader Küste. In faustgroßen Brocken liegt die Substanz am Strand.

Das Zeug sieht aus wie graues, verklumptes Kerzenwachs und riecht stark nach Diesel.

Besonders viele der ölig-talgigen Klumpen wurden zwischen Pionersk (Neukuhren) und Selenogradsk (Cranz) angespült, doch auch auf der Kurischen Nehrung fanden Badegäste am Strand solche zum Teil mehr als ein Kilo schwere Brocken.

Bei der Umweltbehörde RosPrirodNadsor, bei der Miliz und Kaliningrader Medien gingen vielen Anrufe ein, die Fragen waren immer dieselben: Woraus besteht die Masse? Wie gefährlich ist sie für die Gesundheit, für das Wasser, die Natur? Kann man noch baden? Wird der Strand wenigstens in den Seebädern gereinigt?

Ein Speziallabor der Kaliningrader Kant-Universität hat die Substanz Ende voriger Woche untersucht und gab zumindest in Sachen Gesundheit Entwarnung:

Es handele sich um reines, ungiftiges Paraffinwachs – ein Erdölprodukt, das zu berühren nicht gefährlich sei. Auch für die Umwelt sei die Substanz in der Regel unbedenklich.

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Vermutlich von Tanker ins Meer gespült

Über die Herkunft der Paraffinbrocken ist bislang nichts bekannt. Im Kaliningrader Forschungsinstitut AtlantNiro, wo solche Umweltverschmutzungen dokumentiert und die Zusammensetzung der Klumpen jetzt noch genauer unter anderem auf Radioaktivität, Ölgehalt und Schwermetalle untersucht wird, vermutet man ein vorbeifahrendes Schiff als Verursacher.

Tanker benutzten Paraffine, um ihre Laderäume von Ölrückständen zu säubern, hieß es. Wahrscheinlich habe ein Tanker das Paraffin in die Ostsee gekippt oder verloren.

Was nun mit der angespülten „Ölseife“ geschehen soll und ob die Strände gesäubert werden, darüber gibt es von offizieller behördlicher Seite noch keine Aussagen. Man wolle erst die Untersuchungsergebnisse abwarten, hieß es nur.

Im Seebad Selenogradsk haben bereits die Badegäste begonnen, das Zeug aus dem Spülsaum der Ostsee zu sammeln. Ökologisch macht diese Hilfe zur Selbsthilfe freilich wenig Sinn: Die meisten Wachsklumpen landen jenseits des Strandes in den Steinpackungen vor der Steilküste, wo sie die Brandung des nächsten leichten Sturms wieder herauswaschen kann.

Die letzte große Verschmutzung der Bernsteinküste durch Paraffin ist erst drei Jahre her. Im November 2008 wurden auf der nördlichen, zu Litauen gehörenden Hälfte der Kurischen Nehrung mehrere hundert Kilogramm des Wachses angespült.

Ein Verursacher konnte damals nicht ermittelt werden, die litauischen Behörden organisierten mit Hilfe der Bevölkerung aber eine große Reinigungsaktion.



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Kirschen 27.06.2011 - 13:43

Scheint öfter vorzukommen

http://www.n-tv.de/panorama/Ostsee-Straende-wieder-sauber-article886379.html

http://www.abendblatt.de/region/article1503511/Pfingsturlaub-in-Gefahr-Paraffin-bedroht-Ostsee-Straende.html

http://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article1519299/Paraffin-auf-Usedom-und-Ruegen-ist-identisch.html

http://www.ostseeblick-nienhagen.de/news/1275487593-erneut-paraffin-klumpen-an-ostseekueste-angeschwemmt/ Als Verursacher war ein norwegischer Tanker ins Visier der Ermittler geraten, auf den Berechnungen zu Schiffskurs und zur Drift des Paraffinteppichs hingewiesen hatten.


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