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Spuren deutscher Vergangenheit, der Dom in Kaliningrad. Doch die Gegenwart ist russisch in der Ostsee-Exklave (Foto: Plath/.rufo)
Spuren deutscher Vergangenheit, der Dom in Kaliningrad. Doch die Gegenwart ist russisch in der Ostsee-Exklave (Foto: Plath/.rufo)
Montag, 24.05.2010

Moskau hat Deutschland Ostpreußen-Rückgabe angeboten

Kaliningrad. Sollte das Gebiet Kaliningrad 1990 wieder an Deutschland zurückgehen? Angeblich hat Moskau die Ostsee-Exklave angeboten, doch Bonner Diplomaten winkten ab. Die Wiedervereinigung von BRD und DDR war wichtiger.

Der Spiegel berichtet über die sowjetische Offerte, die erst jetzt mit 20jähriger Verspätung bekannt wurde. Demnach ging am 2. Juli 1990 ein geheimes Fernschreiben bei der deutschen Botschaft in Moskau ein. Ein gewisser Gerneralmajor Geli Batenin bot demnach Verhandlungen über den Status des „nördlichen Ostpreußens“ an (der südliche Teil des Gebiets wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Polen zugeschlagen).

Ostpreußen als Zankapfel zwischen UdSSR und Deutschland?


„Dieses Problem wird sich für die Sowjetunion und Deutschland über kurz oder lang stellen“, zitiert der Spiegel Batenin aus Gesprächen mit Joachim von Arnim, dem Leiter des Politreferats an der Botschaft. Wie genau das Angebot aussah, ist unklar.

Zu der Zeit, als die 2+4-Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands liefen, steckte die Sowjetunion in einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise. Die Partei- und Staatsführung unter Generalsekretär Michail Gorbatschow brauchte Milliardenkredite, um Lebensmittel zu kaufen.

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Sowjetunion in tiefer Krise


Nach Angaben der russischen Medien war die wichtigste Aufgabe für den damaligen Außenminister Eduard Schewardnadse, bei den 2+4-Verhandlungen eben diese Kredite bei der Bundesregierung zu bekommen. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass Teile der Moskauer Führung Verhandlungen über die Rückgabe zumindest als Testballon wagen wollten, schreibt die Nesawissimaja Gaseta dazu.

Deutschland nicht an Rückerwerb Kaliningrads interessiert


Die deutsche Reaktion auf das Angebot fiel allerdings verhalten aus. Von Arnim erklärte seinem Gesprächspartner, dass für Bonn die Wiedervereinigung Deutschlands Priorität habe. Wenn die Sowjetunion Probleme mit der Entwicklung des nördlichen Ostpreußens habe, so sei das ihre Sache, sagte er Batenin.

Tatsächlich wäre ein Rückkauf der Region Königsberg-Kaliningrad für die Bundesregierung sowohl ökonomisch, als auch politisch ein Vabanquespiel geworden. Das Gebiet Kaliningrad war bis spät in die 90er Jahre hindurch eine in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht eine Problemregion Russlands.

Offerte mit hohem Risikofaktor


Die Kosten für den Aufbau hätten die Kosten der Wiedervereinigung noch einmal deutlich gesteigert.

Zudem lebten in der Region nur wenige tausend Deutsche und rund eine Million Russen – der Großteil davon Militärs und ihre Familienangehörigen. Die zaghafte, wenn auch großzügig geduldete Ansiedlung von Russlanddeutschen konnte das Mehrheitsverhältnis in der Region nicht ändern. Viele von ihnen nutzten die Region Kaliningrad daher als Sprungbrett, um später nach Deutschland auszuwandern.

Für wen lohnt sich der Streit mit den Briten?


Hätte Deutschland die ansässige Bevölkerung einbürgern oder der Sowjetunion die Kosten für den Umzug der Menschen nach Russland ersetzen sollen? Und wer sollte dann in der menschenleeren Ostseeprovinz leben? Die meisten Vertriebenen hatten nach 1945 eine neue Heimat im Westen gefunden und waren inzwischen im Rentenalter.

Viel größer aber noch wären die außenpolitischen Probleme geworden, hätte Bonn tatsächlich versucht, sich Ostpreußen zurückzuholen. Der Widerstand von Polen und Briten wäre gewiss unerbittlich gewesen und hätte dann möglicherweise das Projekt deutsche Einheit gefährdet.



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utrautmann 13.06.2010 - 10:28

Ostpreußen-Rückgabe

Wie hätte das geschehen können?
Viele Politiker hätten über Ihren Schatten springen und weit vorrausblicken müssen. Sicher wären einige Vertriebene zurückgegangen wenn das Gebiet unter europäisches Dach gekommen wäre. Die russische Armee hätte dann eine Art Natostatus (siehe Amerikaner bei uns) erhalten. Das Geld an sich wäre seinerzeit das kleinste Problem gewesen, wenn wir unseren heutigen sozialen Anhang betrachten.


Pommer 01.06.2010 - 23:27

Das ist Landesverrat oder Vaterlandverrat! Egal, die Strafe steht dafür fest. Und wenn diese Menschen auch nur mit ihrem Gewissen bis an das Ende ihre Tage leben müssen. Ich könnte in keinen Spiegel mehr sehen! Was gibt es in diesem Land nur für Menschen? Was ist aus diesem Volk geworden?


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