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| Der Kaliningrader Südbahnhof hat bislang die Züge von und nach Berlin abgefertigt (Foto: Plath/.rufo) | |
Mittwoch, 25.11.2009
Kaliningrad: Zugverbindung nach Berlin vor dem Aus?
Kaliningrad. Dem „Königsberg-Express“ droht offenbar das Aus. Die polnische Bahn will den Fernzug, an den der Kurswagen Berlin-Kaliningrad angehängt ist, aus dem Fahrplan nehmen.
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Zum bevorstehenden Fahrplanwechsel Mitte Dezember wird der internationale Nachtzug D 448/449 „Stanislaw Moniuszko“ Berlin-Warschau ersatzlos eingestellt. Das hat die polnische Bahnbetriebsgesellschaft PKP Intercity S.A. laut Pressemitteilung deutscher Bahnagenturen angekündigt.
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Als Begründung gibt PKP die wirtschaftlich angespannte Lage des Unternehmens und „die nicht zufrieden stellende Auslastung des Zuges“ an. Betroffene Partnerfirmen der Reisebranche in Deutschland verweisen hingegen darauf, dass die Zugverbindung stark nachgefragt und notwendig sei, in einem im Internet kursierenden Rundschreiben ist von einem „unverantwortlichen Schritt“ seitens der PKP die Rede.
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Es wird noch verhandelt Betroffen davon wären auch die beiden dem Nachtzug angehängten Kurswagen von und nach Gdynia und Kaliningrad. Über eine Möglichkeit, die Zugverbindung zwischen Berlin und der russischen Ostsee-Exklave mittels alternativer Fernzüge aufrechtzuerhalten, verhandeln derzeit Vertreter der drei betroffenen Bahnen. Laut Information der russischen Eisenbahngesellschaft RZD gibt es aber noch keine Lösung.
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Im neuen Fahrplan ist der Zug Berlin-Kaliningrad vorerst nicht mehr enthalten. Zum letzten Mal verkehrt der Zug demnach am 10. Dezember in Richtung Deutschland, letzter Verkehrstag in Gegenrichtung ist der 11. Dezember. Reisenden wird empfohlen, sich rechtzeitig bei der Bahn zu informieren.
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Schon einmal auf dem Aufstellgleis Es ist nicht das erste Mal, dass dem „Königsberg-Express“ das Abstellgleis droht. Schon von 1999 bis 2003 war Pause, weil die drei Bahnen sich nicht auf einen abgestimmten Fahrplan einigen konnten. Vor allem Polen stellte die Signale auf Rot – angeblich aus Auslastungsgründen, vermuten ließen sich dahinter aber auch politische Gründe.
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Erst im Dezember 2003 nahm der tägliche Schienenverkehr zwischen Berlin und Russlands westlichem Vorposten wieder Fahrt auf. Zwischenzeitlich war sogar von einer zweiten Verbindung die Rede, dazu kam es aber nicht. Im Fahrplan 2006 verkehrte der Kurswagen auf der küstennahen Nordroute via Koszalin und Szczecin, was die Fahrzeit um einige Stunden verkürzte.
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Reisen mit Tee aus dem Samowar Derzeit braucht der Zug für die knapp 640 Kilometer lange Strecke etwa 16 Stunden. Die lange Fahrtzeit kommt auch durch mehrfaches Umrangieren und entsprechende Standzeiten zustande.
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Trotzdem ist der himmelblauweiß lackierte Kurswagen mit seinen zehn plüschigen, etwas beengten, aber immer blitzsauberen Dreibett-Schlafabteilen bei Kaliningrad-Reisenden beliebt und genießt beinahe Kultstatus.
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Während der Fahrt gibts Tee aus dem Samowar, die Fahrkarten sind immer noch verhältnismäßig preisgünstig (um die 100 Euro), man reist beschaulich mit viel Bahnflair durch eine nostalgisch anmutende Landschaft. Wer weiß, wie lange noch.
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