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| Gedränge vor dem polnischen Checkpoint Mamonowo (Foto: Mischke/rufo) | |
Dienstag, 05.06.2007
Kaliningrad: Visa-Hürden nach Polen und Litauen
Kaliningrad. Das am 1. Juni zwischen der EU und Russland in Kraft getretene neue Visaabkommen macht den Exklave-Bewohnern das Leben nicht unbedingt leichter: Die Nachbarstaaten geben keine kostenlosen Visa mehr aus.
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Seit 2003 hatten die Bewohner der russischen Ostseeprovinz die Möglichkeit, für die beiden Nachbarstaaten Polen und Litauen kostenlos längerfristig gültige Mehrfachvisa zu erhalten. Dies erleichterte ihnen nicht nur Besuche, sondern auch Fahrten im Transit nach Russland oder zum Urlaub in die Ukraine.
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Mit dieser Vergünstigung ist es nun aber vorbei: Seit Monatsbeginn gelten auch für die beiden EU-Neumitglieder wie auch die russische Exklave die einheitlichen Regeln des europäisch-russischen Visaabkommens. Dies bedeutet: Visa kosten 35 Euro und werden nur unter Vorlage begründender Dokumente wie Einladungen ausgestellt.
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Polnische Visa für Kaliningrader: Länger, teurer und komplizierter
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Außerdem beträgt die Bearbeitungszeit jetzt zehn Tage. Früher gab es polnische Visa innerhalb von 24 Stunden, schreibt die Zeitung „Wremja Novostej“. Das polnische Konsulat in Kaliningrad arbeitete deshalb am 31. Mai bis spät in den Abend, um alle zuvor eingereichten Visaanträge noch zu bearbeiten. „Bei uns standen überall Kisten mit Pässen herum“, so Generalkonsul Jaroslaw Tschubinski.
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Was für die Masse der Russen – und auch die Kaliningrader, wenn sie etwa nach Schweden oder Deutschland wollen – eine Erleichterung ist, bedeutet aber nun für die Oblast-Bewohner neue Hürden im Kontakt mit den unmittelbaren Nachbarn.
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Gebietsparlament möchte visafreien Status für Kaliningrad
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Das Kaliningrader Gebietsparlament appellierte deshalb bereits an Präsident Wladimir Putin, im Rahmen der /bislang nciht aufgenommenen) Verhandlungen über ein neues EU-Russland-Parnterschaftsabkommen auf die Erteilung kostenloser polnischer und litauischer Visa für Kaliningrader zu drängen – oder besser noch, für die Region als Pilotprojekt visafreien Reiseverkehr mit ganz Europa zu gewähren.
Im Gegenzug sollten auch EU-Bürger Königsberg und den ehemaligen Nordteil Ostpreußens ohne Visazwang besuchen dürfen, so die Kaliningrader Parlamentarier. Allerdings ist kaum mit einer Verwirklichung dieses Wunsches zu rechnen, schreibt die Zeitung.
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In Moskau verfolgt man in dieser Frage die Linie, keine Extrawürste machen zu wollen: Wenn schon visafreier Reiseverkehr, dann bitte für alle Russen gleichzeitig. Außerdem gibt es im Kreml immer den Argwohn, dass Sonderregelungen für die Oblast Kaliningrad latent zu deren Herauslösung aus dem russischen Staatsverband beitragen.
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Litauen favorisiert “Kleinen Grenzverkehr“
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Einzig für jene Menschen, die in unmittelbarer Nähe zu den Grenzen der EU-Nachbarn wohnen, könnten sich alsbald Reiseerleichterungen anbahnen: Das litauische Außenministerium erklärte, mit Russland ein Abkommen über den kleinen Grenzverkehr abschließen zu wollen. Dies würde es Grenzanrainern ermöglichen, mit speziellen Passierscheinen zu kurzen Besuchen die Memel in Richtung Litauen überqueren zu können.
(ld/rufo/St.Petersburg)
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