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| Sass eigentlich in Kaliningrad noch nie fest im Sattel: Gouverneur Zukanow (Foto: tp/.rufo) | |
Montag, 16.01.2012
Kaliningrad: Rätselraten um Gouverneur Zukanows Zukunft
Kaliningrad. Wackelt der Stuhl von Nikolai Zukanow? Im Kreml kursiert angeblich eine Liste mit den Namen von Gouverneuren, die von ihren Posten abberufen werden sollen. Auch Kaliningrads Gebietschef soll darunter sein.
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Die Nachricht, verbreitet vorigen Freitag auf der Website der russischen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Forbes, verbreitete sich in Kaliningrads politikinteressierter Internet-Community wie das sprichwörtliche Lauffeuer.
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Unter Berufung auf eine regierungsnahe Quelle hatte das Magazin berichtet, mehrere Gouverneure stünden auf einer Art „Abschussliste“ des Kreml, darunter auch der erst 2010 als Nachfolger von Georgi Boos ins Amt gehievte Nikolai Zukanow.
Nach der in Russland verbreiteten Meinung bestraft der Kreml Gouverneure mit Absetzung, wenn sie die Wahlen nicht ausreichend zugunsten der Kremlpartei fälschen liessen. Schlechte Wahlergebnisse der Regierungspartei Einiges Russland (ER) sind aber auch recht einfach durch schlechte politische Arbeit der Gouverneure, die meist zu ER gehören, zu erklären. Die Konsequenz daraus heisst allerdings auch "Kopf ab"- wie z.B. im Falle von Georgi Boos.
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Dem Forbes-Artikel „Der neue Kreml“ nach ist Zukanow bereits über seine mögliche Abberufung informiert worden – als er nach den Staatduma-Wahlen zum Rapport in Moskau antreten musste.
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Wenn an der Sache etwas dran ist, dann dürfte im Ausgang der Wahlen ein wesentlicher Grund liegen: Die Regierungspartei Einiges Russland war in der Ostsee-Exklave mit Zukanow an der Spitze dramatisch eingebrochen. In der Gebietshauptstadt unterlag ER gar den Kommunisten. Dem Forbes-Bericht zufolge soll sich Zukanows politisches Schicksal „in den nächsten Wochen“ entscheiden.
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Dass in der Riege der russischen Gouverneure bald Köpfe rollen könnten, deutete Wladimir Putin in der vorigen Woche deutlich an. Für den Fall, dass er die Präsidentenwahl gewinne, werde er uneffektiv arbeitende Provinz-Verwaltungschefs gegebenenfalls aus ihren Ämtern entlassen, zitieren russische Medien den Noch-Premier.
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Manche Beobachter glauben, dass Putin dabei vor allem die „Medwedew-Gouverneure“ im Visier haben könnte. Auch Nikolai Zukanow, zuletzt Bürgermeister der aufstrebenden Kreisstadt Gusew (Gumbinnen) 110 Kilometer östlich von Kaliningrad, war 2010 von Medwedew auf den Posten des Regierungschefs der Ostsee-Exklave gehievt worden.
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Von Zukanow selbst kein Kommentar Ein Gouverneur musste sein Büro dieser Tage bereits räumen: Ilja Michaltschuk, Gebietschef von Archangelsk. Als Nachfolger in Archagelsk hat ein Kaliningrader größte Chancen: Igor Orlow, ehemaliger Generaldirektor der Werft „Jantar“.
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Nikolai Zukanow ging auf die Gerüchte um seine angeblich drohende Abberufung bislang nicht ein – und wie man ihn kennt, wird er das öffentlich auch kaum tun. Am Freitag nahm er an einer geschlossenen Versammlung zur Vorbereitung der Präsidentenwahl teil, aber auch hier kein Wort gegenüber Kaliningrader Pressevertretern zu der von Forbes verbreiteten Nachricht.
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Doch selbst im Fall, dass seine Tage als Gouverneur der westlichsten Region Russlands gezählt sind, würde Nikolai Zukanow politisch wohl eher „nach oben fallen“ – und als Abgeordneter in die Moskauer Staatsduma einziehen.
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