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| Keine Zeit zum Zeitunglesen: An der Strandpromenade in Selenogradsk bleibt das Presse-Kiosk wegen Sturms geschlossen (Foto: tp/.rufo) | |
Donnerstag, 15.10.2009
Kaliningrad: Orkan tobt über der Ostseeküste
Kaliningrad. Das erste schwere Sturmtief des Herbstes ist über die Ostsee-Exklave hinweggefegt. Wind in Orkanstärke knickte hunderte Bäume und richtete an der Küste und in der Gebietshauptstadt reichlich Schaden an.
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Sturmwarnungen ist man in den Kurstädten der Samlandküste eigentlich gewöhnt, aber wenn die Schulen geschlossen bleiben, wissen die Bewohner von Selenogradsk (Cranz) bis Jantarnyj (Palmnicken): Es kommt richtig dick.
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Das kam es gestern auch. Mit Böen bis zu 140 Stundenkilometern, das ist Windstärke 12, raste am Mittwoch eine Orkanfront mit arktischer Kaltluft von der nördlichen Ostsee heran. Betroffen war die gesamte Küste von Danzig bis in die Region Klaipeda (Litauen).
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Auch benachbarte polnische Küste schwer betroffen In Danzig waren nach polnischen Radiomeldungen zeitweise 50.000 Haushalte ohne Strom, in Elbing standen mehrere Straßen unter Wasser, weil der Starkwind die Flüsse zurückstaute.
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Auch in Kaliningrad wütete der erste Sturm des herannahenden Winters heftig. Im gesamten Gebiet wurden hunderte Bäume geknickt, die Bahnlinie von Kaliningrad in Richtung Küste war zeitweise blockiert. Nach Polizeimeldungen wurden 74 Autos durch herabfallende Äste beschädigt. Straßenbahnen und Trolleybusse blieben am Mittwoch in den Depots.
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Katastrophenalarm wegen Schäden allerorten Die Behörden lösten Katastrophenalarm aus. Ein 70 Jahre alter Hausmeister einer Schule erlitt schwere Verletzungen, als er beim Versuch, einem fliegenden Ast auszuweichen, mit dem Kopf auf einen Stein stürzte. Etwa 8.000 Kaliningrader blieben vorübergehend ohne Strom, weil der Sturm Stromleitungen beschädigt hatte. Auch im Gebiet brach vielerorts die Elektrizitätsversorgung zusammen.
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Im Hafen stürzten Teile einer Lagerhalle ein. In Selenogradsk kippte ein Baum gegen einen Wohnblock und beschädigte mehrere Balkons. Wie durch ein Wunder wurde dort niemand verletzt.
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An der Küste richtete die schwere Brandung erheblichen Schaden an, vor allem in den Vordünen der Kurischen Nehrung. Die vor der Samlandlandküste verankerte Bohrinsel D6 meldete Wellenhöhen von 6 bis 8,5 Meter.
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In der Nacht zu Donnerstag flaute der Sturm dann wieder ab – und man konnte sich langsam ans Aufräumen machen.
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