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Wer einen Kindergartenplatz abbekommt, hat Glück gehabt. (Foto:)
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Montag, 04.07.2011

Kaliningrad: Kindergartenplätze sind Mangelware

Kaliningrad. Im Gebiet Kaliningrad fehlen derzeit etwa 26.000 Kindergartenplätze. Fast jedes zweite Kind im Alter von bis zu sieben Jahren muss draussen bleiben. In Russland insgesamt fehlen fast zwei Millionen Plätze.

Betroffen von dem sozialen Notstand im Gebiet Kaliningrad sind vor allem die kleinen Provinzstädte, aber auch in Kaliningrad verzeichnet quasi jeder Kindergarten lange Warteschlangen. Über 40 Prozent aller Kinder bis sieben Jahren bekommen keinen Platz.

Diese Zahlen nannte Gouverneur Nikolai Zukanow gerade auf einem Treffen beim Bevollmächtigten des Präsidenten in St. Petersburg, Thema der Veranstaltung war unter anderem die Entwicklung der Vorschulausbildung.

In seinem Rapport kündigte Zukanow an, dass die Regionalregierung an einem Programm arbeitet, mit dem in den nächsten fünf Jahren 8000 neue Kindergartenplätze geschaffen werden sollen – größtenteils durch den Bau neuer Einrichtungen. Zudem hoffe man, bis 2015 mit Hilfe föderaler Finanzierung eine Reihe von Kindergärten baulich modernisieren zu können, um so die Anzahl der Betreuungsplätze zu erhöhen.

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Der Gouverneur sieht die Ursache des Mangels unter anderem darin, dass die Zulassung neuer Kindergärten in der Praxis durch ein umständliches Lizensierungs-Procedere gebremst werde. Diese bürokratischen Hürden müssten abgebaut oder zumindest stark vereinfacht werden.

Außerdem schlug Zukanow vor, mehr private Investoren auf dem sozialen Sektor zuzulassen und die Partnerschaft von privatem und staatlichem Engagement zu fördern. „Alles zusammengenommen, könnte man die Zahl der Kindergartenplätze schon kurzfristig vervielfachen.“

Die Warteschlangen vor den Vorschuleinrichtungen werden derweil immer länger. Noch vor Jahresfrist betrug das Defizit bei den Kindergartenplätzen laut Sozialministerium „nur“ 25 300. Um den Notstand zu beenden, wäre nach einer Studie der Regionalregierung, noch unter der früheren Sozialministerin Natalija Scherri erstellt, der Bau von 96 neuen Kindergärten notwendig, veranschlagte Kosten: 20 Milliarden Rubel.

Aktuell gibt es in den Städten und Dörfern des Kaliningrader Gebietes rund 30 200 Kindergartenplätze. Statistiken belegen, dass seit Mitte der 1990er Jahren Dutzende Einrichtungen in der Provinz geschlossen wurden:

Zunächst im Sog des allgemeinen Zusammenbruchs und dann im Zuge des Baubooms mit seinen explodierenden Immobilienpreisen kamen soziale Institutionen reihenweise unter die Räder – vor allem, wenn sie in repräsentativen Gebäuden untergebracht waren, auf die reiche Investoren ein Auge geworfen hatten.

Ersatz wurde zwar stets vereinbart, doch in vielen Fällen nicht oder nur teilweise geschaffen.

Die Ostsee-Exklave Kaliningrad gilt mittlerweile bezüglich der Kindergarten-Not inzwischen als eine der Problemregionen Russlands. Nur in Samara und im Altai-Gebiet ist die Lage noch schlimmer.

Insgesamt warten laut Medienangaben derzeit im gesamten Land fast zwei Millionen Kinder im Alter zwischen anderthalb und sieben Jahren auf einen Kindergartenplatz.



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