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Hier kommt an, wer in Baltijsk das Schiff nach Deutschland nimmt: Fährhafen Sassnitz. (Foto: Archiv/.rufo)
Hier kommt an, wer in Baltijsk das Schiff nach Deutschland nimmt: Fährhafen Sassnitz. (Foto: Archiv/.rufo)
Samstag, 10.01.2009

Kaliningrad: Fährverbindung nach Deutschland ausgebaut

Kaliningrad/Sassnitz. Das Eisenbahnfährschiff „Vilnius“ verkehrt seit Jahresbeginn zweimal statt bisher einmal pro Woche zwischen Sassnitz-Mukran auf Rügen und dem russischen Hafen Baltijsk (Pillau) bei Kaliningrad.

Damit wird die seit dem 18. Oktober 2007 bediente Linie bereits neun Monate nach dem Start und trotz bisher nur selten erreichter Vollauslastung weiter ausgebaut und die Frachtkapazität dieser ersten Nonstop-Fährverbindung zwischen Deutschland und Russland quasi verdoppelt.

Die Entwicklung des russisch-deutschen Eisenbahnfährverkehrs über die Ostsee ist Teil eines Joint Ventures zwischen der russischen Bahngesellschaft RZD und der Deutschen Bahn AG.

Es geht dabei wohl vor allem um eine Umgehung des längeren und aufwändigeren Landwegs über Polen und Weißrussland, auch wenn Klaus Kremper, Chef der Bahn-Tochtergesellschaft Railion Deutschland AG, es etwas anders formuliert: „Der Fährbetrieb über Baltijsk ist eine sinnvolle und zuverlässige Ergänzung zu dem leistungsfähigen Landweg. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um noch besser an den wachsenden Warentransporten von und nach Russland teilzuhaben.“

Nicht zuletzt der Transport des ersten russischen Velaro-Hochgeschwindigkeitszuges auf dem Seeweg nach St. Petersburg habe die Leistungsfähigkeit der Fährverbindung „eindrucksvoll unterstrichen.“

Bei Russland-Aktuell
• Visa-Hürde gesenkt: Die Fähren können kommen (11.12.2008)
• Drei Tage Visafreiheit für Fährtouristen in Russland (22.09.2008)
• Die neue Kaliningrad-Fähre – wann sie fährt, was sie kostet (31.10.2007)
• Kaliningrad: Fährlinie schon wieder verschoben (30.03.2007)
• Kaliningrad: Grenzen im Haff für Schiffsverkehr offen? (04.03.2007)

In 16 Stunden über die Ostsee



Bedient wird die Linie durch das Fährschiff „Vilnius“ der dänischen Reederei DFDS. Es kann jeweils 90 Waggons der russischen Breitspur oder 108 Lkw-Trailer laden sowie 132 Passagiere befördern, die Passage dauert rund 16 Stunden.

Nach dem neuen Fahrplan legt die „Vilnius“ jeweils am Montag und Mittwoch in Mukran ab (Abfahrt je 17 Uhr) und macht am jeweils darauffolgenden Tag um 10 Uhr Ortszeit in Baltijsk fest.

Retour geht es entsprechend dienstags und donnstags um 18 Uhr ab Baltijsk, Ankunft im östlichsten deutschen Fährhafen auf der Insel Rügen ist jeweils mittwochs und freitags 10 Uhr.

Bereits seit Juli 2006 verbindet die Fähre Vilnius zudem den Hafen Sassnitz-Mukran mit der litauischen Hafenstadt Klaipeda (Memel). Diese Linie besteht auch weiterhin.
(alle Fahrplanangaben laut DFDS LISCO und ohne Gewähr, gültig vorerst bis 31. März 2009, weitere Infos: Fährhafen Sassnitz Tel. +49 38392 – 64 68 14 oder unter www.dfdslisco.de)

“Drehscheibe“ Baltijsk?



Sassnitz-Mukran (Frachtumschlag nach eigenen Angaben fünf Mio. Tonnen und 750 000 Passagiere pro Jahr) ist der größte Eisenbahnfährhafen Deutschlands und der einzige Hafenstandort Mitteleuropas für Verkehre mit der russischen Breitspur.

Neben seiner zentralen Verkehrslage an der Nordspitze Rügens wirbt Mukran sondern vor allem als Spezialhafen für den kombinierten Eisenbahnfährverkehr: Die Gleis- und Umschlaganlagen ermöglichen das Verladen von kompletten Waggons.

Auch Baltijsk, einst eine hermetisch abgeriegelte und immer noch für Ausländer mit mit Sondergenehmigung erreichbare Marinestadt, dürfte als Fährhafen von der Dynamik des Ost-West-Warenumschlags über die Ostsee profitieren. Die künftige Rolle der Hafenstadt könnte die einer Drehscheibe für das russische Hinterland sein.



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